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Deep Tech16 Min. LesezeitFebruar 2026

Deep Tech und Souveränität. Warum Europa eigene Plattformen braucht.

Cybersecurity, autonome Systeme, Verteidigungs­technologie. Was die geopolitische Lage von europäischen Investoren verlangt und warum wir in regulierten Sektoren investieren.

Die geopolitische Realität, in der wir investieren

Wir leben in einer Zeit, in der die Frage, wer kritische Technologie kontrolliert, wieder eine politische Frage ist. Cloud-Infrastruktur. Halbleiter. Autonome Systeme. Verteidigungs­technologie. Nichts davon kann Europa heute vollständig aus eigener Substanz darstellen.

Das ist nicht ideologisch gemeint. Es ist eine Bestands­aufnahme. Und es ist eine Investment­chance.

Was Souveränität operativ bedeutet

Souveränität ist kein politisches Schlagwort. Sie ist eine konkrete operative Kennzahl. Wer kontrolliert die Lieferkette. Wer kontrolliert die IP. Wer hat im Konflikt­fall Zugang zu den Systemen. Wer kann sie abschalten.

Für ein deutsches mittel­ständisches Unternehmen, das sicherheits­relevante Hardware fertigt, ist die Antwort auf diese Fragen entscheidend. Nicht nur aus Compliance-Gründen. Auch aus Marktgründen. Kunden in regulierten Sektoren wie Verteidigung, kritische Infrastruktur, öffentliche Verwaltung verlangen zunehmend, dass die Lieferkette europäisch ist.

Wo wir investieren

Vier Sektoren stehen im Mittelpunkt unserer Deep-Tech-These.

Autonome Sicherheits­systeme

Robotik, die menschliche Arbeitskraft im Sicherheits­sektor ergänzt oder ersetzt. Quarero Robotics ist hier unsere primäre Plattform. Erste Flotten im Kunden­einsatz. R&D-Hub Filderstadt. Featured von SWR.

Verteidigungs­technologie

Dual-Use-Plattformen, die zivil und militärisch eingesetzt werden können. Sensoren. Datenfusion. Kommunikation. Wir investieren ausschließlich in Unternehmen, die NATO-aligned operieren und mit europäischen Beschaffungs­mechanismen kompatibel sind.

Cybersecurity und Sovereign Defence

Identitäts- und Datenschutz. Souveräne Cloud-Infrastruktur. KRITIS- und NIS-2-relevante Architektur. Darlot ist unsere Plattform in diesem Bereich. Wiederbelebung einer 169 Jahre alten Marke als europäische Antwort.

Industrielle Sensorik und AI-Hardware

Deutschland und Österreich haben in der industriellen Mess­technik weltweit einzigartige Substanz. Wir investieren in Mittelständler, die diese Substanz mit modernen AI-Plattformen kombinieren.

Souveränität ist kein politisches Schlagwort. Sie ist eine operative Kennzahl.

Warum diese Sektoren auch ohne Geopolitik attraktiv sind

Wir investieren nicht in Souveränität, weil sie politisch en vogue ist. Wir investieren, weil sie operativ überlegene Renditen verspricht. Drei Gründe.

Erstens. Hohe regulatorische Eintritts­barrieren. Wer in Verteidigung oder kritischer Infrastruktur Kunde sein will, braucht Zertifizierungen, die nicht in zwei Jahren erworben werden können. Das schützt etablierte Anbieter.

Zweitens. Lange Vertrags­laufzeiten. Verträge mit europäischen Beschaffungs­stellen laufen oft über zehn oder mehr Jahre. Cashflow-Stabilität, die in keinem Software-Markt existiert.

Drittens. Substanz statt Wachstums­fantasie. Diese Sektoren bewerten sich nicht über Wachstums­multiplikatoren. Sie bewerten sich über Cashflow und Auftrags­bestand. Das passt zu unserer Investment­philosophie.

Was Eigentümer in regulierten Sektoren prüfen sollten

Wenn Sie ein Unternehmen in Verteidigung oder KRITIS führen und über einen Investor nachdenken, sind drei Fragen entscheidend.

Verstehen die Investoren die regulatorische Realität in Ihrem Sektor. Können sie Compliance-Themen operativ bewältigen. Sind sie europäisch genug strukturiert, um Ihre Kunden­zertifizierungen nicht zu gefährden.

Wir prüfen alle drei Punkte vor Closing. Nicht aus Vorsicht. Aus Notwendigkeit. Ein Investor, der diese Themen nicht versteht, ist in regulierten Sektoren ein Risiko, kein Vorteil.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe zu den Strukturfragen des europäischen Mittelstands. Verfasst von Marcus Köhnlein, Partner · Operator. Anfragen unter Verschwiegenheits­pflicht.