Deep Tech und Souveränität. Warum Europa eigene Plattformen braucht.
Cybersecurity, autonome Systeme, Verteidigungstechnologie. Was die geopolitische Lage von europäischen Investoren verlangt und warum wir in regulierten Sektoren investieren.
Die geopolitische Realität, in der wir investieren
Wir leben in einer Zeit, in der die Frage, wer kritische Technologie kontrolliert, wieder eine politische Frage ist. Cloud-Infrastruktur. Halbleiter. Autonome Systeme. Verteidigungstechnologie. Nichts davon kann Europa heute vollständig aus eigener Substanz darstellen.
Das ist nicht ideologisch gemeint. Es ist eine Bestandsaufnahme. Und es ist eine Investmentchance.
Was Souveränität operativ bedeutet
Souveränität ist kein politisches Schlagwort. Sie ist eine konkrete operative Kennzahl. Wer kontrolliert die Lieferkette. Wer kontrolliert die IP. Wer hat im Konfliktfall Zugang zu den Systemen. Wer kann sie abschalten.
Für ein deutsches mittelständisches Unternehmen, das sicherheitsrelevante Hardware fertigt, ist die Antwort auf diese Fragen entscheidend. Nicht nur aus Compliance-Gründen. Auch aus Marktgründen. Kunden in regulierten Sektoren wie Verteidigung, kritische Infrastruktur, öffentliche Verwaltung verlangen zunehmend, dass die Lieferkette europäisch ist.
Wo wir investieren
Vier Sektoren stehen im Mittelpunkt unserer Deep-Tech-These.
Autonome Sicherheitssysteme
Robotik, die menschliche Arbeitskraft im Sicherheitssektor ergänzt oder ersetzt. Quarero Robotics ist hier unsere primäre Plattform. Erste Flotten im Kundeneinsatz. R&D-Hub Filderstadt. Featured von SWR.
Verteidigungstechnologie
Dual-Use-Plattformen, die zivil und militärisch eingesetzt werden können. Sensoren. Datenfusion. Kommunikation. Wir investieren ausschließlich in Unternehmen, die NATO-aligned operieren und mit europäischen Beschaffungsmechanismen kompatibel sind.
Cybersecurity und Sovereign Defence
Identitäts- und Datenschutz. Souveräne Cloud-Infrastruktur. KRITIS- und NIS-2-relevante Architektur. Darlot ist unsere Plattform in diesem Bereich. Wiederbelebung einer 169 Jahre alten Marke als europäische Antwort.
Industrielle Sensorik und AI-Hardware
Deutschland und Österreich haben in der industriellen Messtechnik weltweit einzigartige Substanz. Wir investieren in Mittelständler, die diese Substanz mit modernen AI-Plattformen kombinieren.
Souveränität ist kein politisches Schlagwort. Sie ist eine operative Kennzahl.
Warum diese Sektoren auch ohne Geopolitik attraktiv sind
Wir investieren nicht in Souveränität, weil sie politisch en vogue ist. Wir investieren, weil sie operativ überlegene Renditen verspricht. Drei Gründe.
Erstens. Hohe regulatorische Eintrittsbarrieren. Wer in Verteidigung oder kritischer Infrastruktur Kunde sein will, braucht Zertifizierungen, die nicht in zwei Jahren erworben werden können. Das schützt etablierte Anbieter.
Zweitens. Lange Vertragslaufzeiten. Verträge mit europäischen Beschaffungsstellen laufen oft über zehn oder mehr Jahre. Cashflow-Stabilität, die in keinem Software-Markt existiert.
Drittens. Substanz statt Wachstumsfantasie. Diese Sektoren bewerten sich nicht über Wachstumsmultiplikatoren. Sie bewerten sich über Cashflow und Auftragsbestand. Das passt zu unserer Investmentphilosophie.
Was Eigentümer in regulierten Sektoren prüfen sollten
Wenn Sie ein Unternehmen in Verteidigung oder KRITIS führen und über einen Investor nachdenken, sind drei Fragen entscheidend.
Verstehen die Investoren die regulatorische Realität in Ihrem Sektor. Können sie Compliance-Themen operativ bewältigen. Sind sie europäisch genug strukturiert, um Ihre Kundenzertifizierungen nicht zu gefährden.
Wir prüfen alle drei Punkte vor Closing. Nicht aus Vorsicht. Aus Notwendigkeit. Ein Investor, der diese Themen nicht versteht, ist in regulierten Sektoren ein Risiko, kein Vorteil.
Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe zu den Strukturfragen des europäischen Mittelstands. Verfasst von Marcus Köhnlein, Partner · Operator. Anfragen unter Verschwiegenheitspflicht.