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Case Study · Nachfolge · Deutschland

€42M Umsatz erhalten in 11 Wochen: Übernahme eines deutschen Familienunternehmens in dritter Generation mit ungelöster Nachfolge.

Sondermaschinenbau-Familienunternehmen, drei Generationen, €42M Umsatz, 195 Mitarbeiter. Ungelöste Nachfolge plus Liquiditätsdruck – Tactical übernimmt vor dem Insolvenzantrag.

Year of Exit 2024 · Nachfolge plus Sondersituation · 11 Wochen

2024 übernahm Tactical Management AG ein deutsches Sondermaschinenbau-Familienunternehmen in dritter Generation mit €42 Mio. Umsatz und 195 Mitarbeitern. Die Nachfolge war ungelöst (drei Kinder des Geschäftsführers in anderen Berufen), parallel hatte sich Liquiditätsdruck aus Investitionsstau aufgebaut. Closing 11 Wochen nach Erstkontakt mit Permanent-Capital-Strukturierung, vor Eintritt jeglicher Insolvenzantragspflicht. Alle 195 Arbeitsplätze und beide Standorte (DE + IT) gesichert.

Die Nachfolgekrise im deutschen Mittelstand ist statistisch dokumentiert: KfW-Mittelstandspanel 2024 weist aus, dass über 190.000 deutsche Mittelstandsunternehmen bis 2027 eine Nachfolge benötigen, davon ein erheblicher Anteil ohne familiäre Lösung. Wenn parallel zur ungelösten Nachfolge Liquiditätsdruck aus Investitionsstau oder Marktveränderungen entsteht, wird aus dem Nachfolgefall eine Sondersituation – und genau in diesem Schnittpunkt agiert Tactical Management.

Die Ausgangslage: Drei Generationen, keine vierte

Das Unternehmen wurde 1962 vom Großvater des Verkäufers gegründet, in den 80er-Jahren vom Vater übernommen und seit den späten 90ern vom aktuellen Geschäftsführer (Alter 67) geführt. Spezialgebiet: Verpackungsmaschinen für die Lebensmittelindustrie, mit langjährigen OEM-Kunden im DACH-Raum und einer Tochtergesellschaft in Norditalien.

Die drei Kinder des Geschäftsführers hatten sich gegen eine operative Nachfolge entschieden – ein Sohn in der Wissenschaft, eine Tochter in der Medizin, ein weiterer Sohn im Investmentbanking in London. Die Eigentümerfamilie wollte das Unternehmen erhalten, aber nicht selbst weiterführen.

Parallel hatte sich Liquiditätsdruck aufgebaut: ein notwendiger Maschinenpark-Modernisierungs-Schritt war 2022/23 nicht finanziert worden (Banken sahen das Nachfolge-Risiko), Aufträge verschoben sich, das Working Capital verschlechterte sich. Die Hausbank deutete Anfang 2024 an, dass eine Lösung der Eigentümerfrage Voraussetzung für die nächste Kreditperiode sei.

Die Eigentümerfamilie hatte erfolglos einen M&A-Prozess mit zwei Mittelstand-Beratungen versucht – die Anfragen kamen entweder von Strategie-Wettbewerbern (Risiko des Know-how-Abflusses), von Search Funds (zu klein und zu jung für die Verantwortung) oder von Klassik-PE (Renditeerwartung und 5-Jahres-Exit-Logik nicht kompatibel). Über die IHK-Nachfolge-Plattform wurden wir kontaktiert.

Was wir taten: Erwerb mit Permanent-Capital-Logik in 11 Wochen

Wochen 1–3: Erstkontakt, NDA, Datenraumzugang, indikatives Angebot. Tactical kommunizierte klar: Permanent-Capital-Haltung (kein 5-Jahres-Exit-Druck), Standort- und Beschäftigungserhalt, Übernahme der Verantwortung für die strategische Weiterentwicklung. Die Familie war erleichtert über die Erwartungsklarheit.

Wochen 4–8: Due Diligence (kommerziell, finanziell, technisch, rechtlich, italienische Tochtergesellschaft separat). Verhandlung mit der Hausbank über eine neue Kreditperiode unter Tactical-Eigentümerschaft (€6M Investitionslinie für Maschinenpark-Modernisierung, plus Verlängerung der bestehenden Working-Capital-Linie). Strukturvorschlag: Share Deal über die deutsche Holding inkl. Italien-Tochter.

Wochen 9–11: Vertragsverhandlung, Closing, Übergabe. Closing fand mit allen drei Eigentümern (Geschäftsführer und zwei Familienstämme aus dem Erbgang) in einem koordinierten Termin statt. Der Senior-Geschäftsführer blieb für 12 Monate als Beirat zur Übergabe-Unterstützung, danach Rückzug. Eine neue operative Geschäftsführung (intern befördert) übernahm sofort.

Nach Closing: Maschinenpark-Modernisierung in Q3 begonnen, 2 neue OEM-Aufträge nach Modernisierungs-Signaling, Working Capital normalisiert sich, Hausbank-Linie um 20% erweitert.

Signature-Element: Permanent-Capital-Logik in der Nachfolge-Kommunikation

Der entscheidende kommerzielle Hebel war nicht der Kaufpreis. Es war die glaubwürdige Permanent-Capital-Logik.

Klassische PE-Investoren stoßen bei Familienunternehmen in Nachfolgekrisen oft auf Misstrauen – berechtigt: Ein 4–7-Jahres-Exit-Druck ist mit dem Lebenswerk-Charakter eines Familienunternehmens schwer kompatibel. Mitarbeiter und Kunden spüren das. Eigentümerfamilien zögern, weil sie nicht möchten, dass das Unternehmen nach 4 Jahren wieder verkauft wird.

Tactical kommuniziert explizit eine Permanent-Capital-Haltung: Wir halten Beteiligungen, weil sie sich entwickeln, nicht weil ein Exit fehlt. Beteiligungen werden über Zyklen hinweg gehalten, weiterentwickelt, manchmal aufgebaut, manchmal konsolidiert – aber nicht zum festen Termin verkauft. Diese Logik schafft Vertrauen bei Eigentümerfamilien, bei Mitarbeitern, bei Kunden.

Im konkreten Fall war die Permanent-Capital-Logik der entscheidende Faktor: Zwei höhere PE-Angebote wurden abgelehnt zugunsten unserer Struktur, weil die Familie das Lebenswerk in unseren Händen erhalten wissen wollte.

Transaktionsdetails

Jahr des Exits

2024

Geographie

Deutschland (Süddeutschland, mittlerer Mittelstand-Standort)

Sektor

Sondermaschinenbau (Verpackungsmaschinen)

Mandatstyp

Familiennachfolge mit Liquiditätsdruck (Vor-Insolvenz)

Timeline

11 Wochen (Erstkontakt bis Closing)

Outcome

Stand-Alone-Fortführung unter Tactical-Eigentümerschaft

Kennzahlen

€42M

Umsatz übernommen

195

Mitarbeiter übernommen

100%

Standorterhalt zugesagt

Ablauf

Von der Sondierung zum Closing

01

Kontakt via IHK-Nachfolge-Plattform

Eigentümerfamilien hatten zwei erfolglose M&A-Prozesse hinter sich – Strategie-Wettbewerber (Know-how-Risiko), Search Funds (zu jung), Klassik-PE (Exit-Logik nicht kompatibel).

02

Permanent-Capital-Erwartungsklarheit

Tactical kommuniziert kein 5-Jahres-Exit-Druck, Standort- und Beschäftigungserhalt vertraglich, sektoragnostische operative Weiterentwicklung statt Verwertung.

03

Indikatives Angebot & Strukturvorschlag

Share Deal über deutsche Holding inklusive italienischer Tochtergesellschaft. Erwerbspreis fair, aber nicht hoch – verbunden mit definierter Investitionszusage.

04

Hausbank-Renegotiation

€6M Investitionslinie für Maschinenpark-Modernisierung unter Tactical-Eigentümerschaft. Verlängerung Working-Capital-Linie.

05

Due Diligence

Kommerziell (OEM-Kundenstamm DACH), finanziell (Pro-Forma nach Eliminierung Investitionsstau), rechtlich (Italien-Tochter separat), technisch (Maschinenpark, Software).

06

Closing mit allen drei Familienstämmen

Koordinierter Termin mit Geschäftsführer und zwei Familienstämmen aus dem Erbgang. 12-Monats-Beiratsmandat des Senior-Geschäftsführers zur Übergabe-Unterstützung.

07

Operative Übergabe & Modernisierung

Neue operative Geschäftsführung (intern befördert). Maschinenpark-Modernisierung in Q3 begonnen. Zwei neue OEM-Aufträge nach Modernisierungs-Signaling.

Ergebnisse

Jeder Workstream geliefert

KennzahlVor MandatErgebnis
Umsatz €42M (mit Investitionsstau) €44M (Jahr 1 nach Übernahme)
EBITDA-Marge ~6% ~9% (Jahr 1)
Headcount 195 195 (alle erhalten)
Standorte 1 DE + 1 IT (Tochtergesellschaft) 1 DE + 1 IT (beide erhalten)
Investitionsstau aufgelöst €6M nicht finanziert Bank-Linie von €6M genehmigt und in Anspruch genommen
Eigentümerstruktur 3 Familienstämme, ungelöst Tactical Holding (geordnet)
Exit Drohende Liquiditäts-Eskalation Permanent-Capital-Beteiligung

Häufige Fragen

FAQ

Was unterscheidet Tactical Management von klassischen PE-Käufern bei Familiennachfolgen?

Drei strukturelle Unterschiede: (1) Permanent-Capital-Logik statt Fixed-Exit-Druck – wir halten Beteiligungen so lange, wie sie sich entwickeln. (2) Sektor-Agnostizität mit Operativ-Fokus – wir bauen Beteiligungen weiter auf, statt sie nur finanziell zu optimieren. (3) Standort- und Beschäftigungs-Zusagen – vertraglich und kommuniziert, nicht nur Marketing. Diese drei Punkte machen uns für Eigentümerfamilien anschlussfähig, die ihr Lebenswerk nicht zur Verwertungsmasse machen wollen.

Wie strukturiert Tactical einen Nachfolge-Erwerb mit Liquiditätsdruck?

Häufig als Share Deal mit kombinierter Erwerbs- und Investitionszusage. Die Eigentümerfamilie erhält einen fairen Erwerbspreis, gleichzeitig verpflichtet sich Tactical zu einer definierten Investitionssumme nach Closing (zur Auflösung des Investitionsstaus) und zu Standort- und Beschäftigungs-Zusagen für 24–36 Monate. Die Bankenfinanzierung wird parallel mit der Hausbank renegotiated, üblicherweise zu besseren Konditionen unter Tactical-Eigentümerschaft.

Welche Größenordnung von Familiennachfolgen übernimmt Tactical?

Typisch Umsatz €15–150M und 80–800 Mitarbeiter. Sweet Spot: €30–80M Umsatz, weil dort die strukturelle Nachfolgeproblematik am stärksten ist (zu groß für reine Branchenkäufer, zu klein für klassisches Mid-Market-PE). Wir prüfen auch kleinere und größere Fälle bei strategischer Substanz.

Wie schnell ist ein Nachfolge-Erwerb in der Praxis machbar?

Im konkreten Fall 11 Wochen vom Erstkontakt bis Closing. Realistischer Korridor: 10–18 Wochen, je nach Komplexität der Eigentümerstruktur (Anzahl Familienstämme, Erbauseinandersetzungen, Vorsorge-Strukturen). Wenn Liquiditätsdruck besteht, ist Tempo entscheidend – wir können bei klarer Faktenlage auch in 8 Wochen schließen.

Was passiert mit dem Senior-Geschäftsführer nach einer Nachfolge-Übernahme?

Fallbezogen. Im konkreten Fall: 12 Monate Beiratsmandat, danach Rückzug. Andere Konstellationen sind möglich: längere operative Mitarbeit (24–36 Monate), Beiratsmandat dauerhaft, oder vollständiger Rückzug bei Closing. Wesentlich ist die Klarheit der Erwartung – wir wollen keinen Senior-Geschäftsführer als Schein-Beirat, sondern entweder echte operative Unterstützung oder geordnete Übergabe.

Wie geht Tactical mit dem operativen Risiko um, dass eine Familienunternehmen-Nachfolge in eine Insolvenz kippt?

Durch Tempo und durch Klarheit der Stand-Alone-Architektur. Wir kommen typisch ins Spiel, wenn die Eigentümerfamilien noch handlungsfähig sind, aber die Hausbank das Risiko spürt. Eine geordnete Übernahme schaltet zwei Risiken aus: Eigentümer-Handlungsunfähigkeit (durch klare neue Eigentümerschaft) und Bank-Vertrauensverlust (durch erkennbare Strukturierung der nächsten 3 Jahre). Beide zusammen verhindern die Eskalation in die Insolvenz.

Illustrative Tactical-Beispieltransaktion auf Basis typischer DACH-Mittelstand-Distress-Muster. Kennzahlen, Größenklassen und Zeitlinien entsprechen marktüblichen Werten; eine Identifikation mit einer konkreten Transaktion ist nicht beabsichtigt. Verfasst zur Veranschaulichung der Tactical-Methode.

Eine Aktion

Ungelöste Nachfolge mit Zeitdruck?

Schriftliche Erst-Einschätzung in 72 Stunden. Vertraulich, indikatives Angebot in wenigen Werktagen.

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