Wann eine Nachfolge unsere Sondersituation ist
Erstens: kein interner Nachfolger. Die Familie tritt das Unternehmen nicht an, das Management hat nicht die Kapitalbasis für ein MBO, ein externer Suchfonds findet das Unternehmen nicht.
Zweitens: strukturelle Eigenschaften, die einen klassischen Suchfonds oder strategischen Käufer überfordern – mehrere Standorte, regulierte Branche, komplexe Eigentümerstruktur (Pool-Modell, Stiftungen), unklare Markenrechte, Pensionsverpflichtungen, Generationenkonflikte zwischen Aktionärsgruppen.
Drittens: ein Verkäuferinteresse, das über den Nominalpreis hinausgeht. Fortführung der Marke, Erhalt von Standorten, Übernahme der Belegschaft, Sicherung von Lieferantenbeziehungen, transparente Kommunikation gegenüber Kunden, regelmäßig auch eine soziale oder regionale Verbundenheit, die in den Vertrag mit einfließt.
Was Tactical Management von klassischem Buyout-PE unterscheidet
Klassisches Buyout-PE arbeitet mit fünfjähriger Haltedauer, hoher Fremdfinanzierung und einem Exit-Zwang am Ende des Fondszyklus. Diese Logik ist für Mittelstands-Familienunternehmen oft strukturell nicht der richtige Pfad: nach fünf Jahren ist die Marke vermarktet, das Unternehmen wird weiterverkauft, der ursprüngliche Verkäufer hat keine Kontrolle mehr über den Weiterweg.
Tactical Management arbeitet Permanent-Capital-orientiert. Wir halten Beteiligungen mehrjährig bis dauerhaft. Es gibt keinen Fonds-internen Exit-Druck, keine Refinanzierungsspirale, keine Verkaufsverhandlung in Jahr fünf. Die Beteiligung entwickelt sich – und wird nur dann veräußert, wenn ein strategischer Anschluss substanziell zur Weiterentwicklung beiträgt.
Praktisch bedeutet das: ein Verkäufer, der seine Belegschaft schützen will, hat in Tactical Management einen Käufer, der genau das mitträgt. Nicht als Vertragsfloskel – als ökonomische Grundlage unserer Holding-Logik.
Was wir vertraglich anbieten
Verkäufer-Earn-Out: Anteil am Erfolg der ersten Jahre nach Closing, soweit es zur Strukturierung passt. Verbindet Verkäuferinteresse und Käuferinteresse über die Übergangsphase.
Standortzusagen: vertragliche Festschreibung der Hauptstandorte für definierten Zeitraum. Kein Lippenbekenntnis – Vertragsbestandteil.
Mitarbeiterzusagen: konkrete Zusagen zur Belegschaftsentwicklung, soweit operativ tragbar. Wir kommunizieren nicht über Worst-Case-Szenarien.
Beraterrolle Verkäufer: oft sinnvolle Übergangskonstellation, in der der bisherige Eigentümer als Senior Advisor oder Beirat über 12–36 Monate begleitet.
