Welche Kategorien wir vertraglich behandeln
Pensionsverpflichtungen: betriebliche Altersversorgung, Pensionsrückstellungen, ggf. Unterstützungskassenmodelle. Bewertung über aktuariellen Sachverständigen; Struktur über PSV (Pensions-Sicherungs-Verein) oder direkte Übernahme.
Umweltlasten: Bodenkontaminationen, Altstandortsanierungen, Asbest, betriebliche Emissionsthemen. Bewertung über Umweltgutachter; Struktur typisch über Treuhandmodelle oder Verkäuferrückbehalt mit Versicherungslösung.
Produkthaftungsansprüche und Garantien: laufende Gewährleistungsverpflichtungen, mögliche Produktrückrufrisiken, ältere Garantieversprechen. Bewertung über versicherungsmathematische Modellrechnung; Struktur über Reps & Warranties Insurance oder Garantiekorridor.
Steuer- und Compliance-Risiken: laufende Betriebsprüfungen, mögliche FDI- oder Sanktions-Themen, Compliance-Altlasten. Bewertung über externe Tax-Due-Diligence; Struktur typisch über Specific Indemnities oder Earnout-Reduktion.
Vertragsverbundene Sonderlagen: alte Mietverträge mit Sonderkonditionen, übernommene Leasingverpflichtungen, Lizenz- oder IP-Altlasten. Bewertung über kommerzielle Due Diligence; Struktur transaktionsspezifisch.
Unsere Doktrin: Altlasten dienen der Lösung, nicht der Verwertung
Altlastenübernahmen werden im Markt unterschiedlich gehandhabt: manche Erwerber stellen die Übernahme von Altlasten kommerziell in den Vordergrund, ohne die anschließende operative Fortführung in vergleichbarer Tiefe zu adressieren. Diese Praxis wird im deutschen Mittelstandsdiskurs zunehmend kritisch beobachtet.
Tactical Management adressiert Legacy-Liability-Themen in einer fundamental anderen Logik. Die Übernahme von Altlasten ist bei uns nicht das Geschäftsmodell, sondern eine vertragliche Komponente einer Akquisition mit operativer Entwicklungslogik. Was wir übernehmen, übernehmen wir mit der Absicht, das Unternehmen, in dem es liegt, weiterzuentwickeln.
Konkret bedeutet das: jede Legacy-Liability-Übernahme wird in eine Akquisitions-Bewertung integriert, in der der laufende Geschäftsbetrieb der dominierende Wertgegenstand ist. Nicht: Übernahme einer Altlast gegen Discount auf die Substanz. Sondern: Strukturierte Integration einer Altlast in den Erwerb eines fortzuführenden Geschäftsbetriebs.
Die Werkzeuge: vertragliche Strukturen für Altlastenübernahme
Specific Indemnity: Verkäufer behält definierte Altlast vertraglich zurück, Käufer wird im Eintrittsfall freigestellt. Geeignet, wenn die Altlast wahrscheinlichkeitstheoretisch tail-risk ist und der Verkäufer Bonität bietet.
Reps & Warranties Insurance (R&W-Versicherung): Versicherungslösung deckt definierte Risiken, Käufer übernimmt die Liability, hat aber Versicherungsschutz. Sinnvoll bei mittlerer Risikoschwere und beidseitigem Wunsch nach Vertragsabschluss.
Treuhand-/Escrow-Modelle: Anteil des Kaufpreises wird treuhänderisch zurückgehalten und verzinst freigegeben, sobald definierte Risikoperioden ablaufen. Klassisch für Steuer- und Umwelt-Themen.
Vollständige Käuferübernahme: der Käufer übernimmt die Liability vollständig im Kaufpreis abgebildet. Sinnvoll, wenn der Käufer die operative Lösungskompetenz für die spezifische Altlast hat und der Verkäufer Closing-Sicherheit höher gewichtet als Risiko-Diversifikation.
Earn-Out mit Liability-Anpassung: zukünftiger Earn-Out wird um realisierte Altlastenkosten gekürzt. Geeignet bei tail-risk-Themen mit Verkäuferinteresse an Upside.
