Die Ausgangslage: Eine profitable Sparte, die nicht mehr ins Portfolio passt
Die Sparte erbrachte Wartungs- und Inspektionsdienstleistungen für industrielle Großanlagen – Kompressoren, Pumpen, Antriebssysteme. Vier Standorte in der Deutschschweiz, 180 Mitarbeiter (überwiegend Servicetechniker), CHF 32M Umsatz, EBITDA-Marge ~9%.
Der Mutterkonzern hatte sich nach einer strategischen Neuausrichtung 2022 auf Produktgeschäft fokussiert und alle Service-Aktivitäten als ‚Non-Core‘ klassifiziert. Die Sparte war kein Verlustbringer, sondern wurde aus Portfolio-Klarheit veräußert.
Verkaufsbedingungen des Konzerns: Schweizer Eigentümer-Käufer bevorzugt (keine ausländischen Strategie-Käufer), Erhalt aller Schweizer Standorte, Erhalt der Belegschaft, Closing in einem Quartal. Tactical erfüllte alle vier Kriterien.
Was wir taten: Schweizer Stand-Alone in 12 Wochen
Wochen 1–3: Sondierung, indikatives Angebot, Letter of Intent. Bewertung auf Basis von Pro-Forma-Stand-Alone-Earnings nach Eliminierung der Konzern-Management-Fee (~CHF 1,2M jährlich).
Wochen 4–8: Due Diligence (kommerziell, finanziell, rechtlich, technisch) und Carve-out-Architektur. Schweizerischer Asset-Deal mit Übergang aller relevanten Verträge (Kundenrahmenverträge, Mietverträge der vier Werkstätten, Servicetechniker-Arbeitsverhältnisse) auf eine neu gegründete Schweizer Tactical-Holding.
Wochen 9–12: Vertragsverhandlung, Closing, operative Übergabe. Das Closing fand am Quartalsende statt, um die buchhalterische Trennung sauber zu vollziehen. Eine 6-Monats-TSA für Konzern-IT und zentrale HR-Funktionen wurde abgeschlossen.
Operativ war der Übergang nahezu friktionslos: Die 180 Servicetechniker arbeiteten am Closing-Tag morgens für den Konzern, nachmittags für Tactical – derselbe Werkstattstandort, dieselben Kunden, derselbe Lohn. Was sich änderte: die Berichtslinie und die strategische Priorität (Service als Kern, nicht als Anhängsel).
Signature-Element: Schweizer Käufer-Präferenz als Verhandlungs-Asset
Schweizer Industriekonzerne haben bei Carve-outs typisch eine starke Präferenz für Schweizer Käufer – aus Gründen der politischen Wahrnehmung (Erhalt von Schweizer Arbeitsplätzen), der einfacheren rechtlichen Strukturierung (kein internationaler Steuer-Workout) und der kulturellen Kompatibilität mit dem übernommenen Personal.
Tactical Management ist als Schweizer AG strukturiert (Sitze München, Wien, Baar). Diese Schweizer Präsenz war im konkreten Fall ein materieller Verhandlungs-Vorteil: Wir wurden bevorzugt eingeladen, hatten Zugang zu Insider-Informationen über die Verkäufer-Präferenzen und konnten Bedingungen durchsetzen, die ausländischen Bietern nicht offenstanden.
Die Schweizer Holding-Struktur ermöglicht auch die rechtssichere Übernahme von Schweizer Arbeitsverhältnissen ohne komplexe grenzüberschreitende Konstrukte – ein wesentlicher Vorteil bei Service-Geschäft, dessen Wert vollständig im Personal liegt.
