Tactical Management
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Case Study · Turnaround · Süd-Europa

€6,99M Verbindlichkeiten eliminiert in 16 Wochen: Turnaround eines spanischen Elektrodistributors.

Hundertjähriger Elektrodistributor mit projiziertem Jahresfehlbetrag von €1,9M – nach 16 Wochen Restrukturierung als Going Concern verkauft. Sechs Workstreams in einem Quartal, ohne Insolvenzverfahren.

Year of Exit 2014 · Going-Concern-Verkauf · 16 Wochen

Tactical Management AG übernahm 2014 einen hundertjährigen Distributor elektrotechnischer Komponenten in Süd-Europa mit projiziertem Jahresfehlbetrag von €1,9 Millionen, 152 Mitarbeitern und 14 überdimensionierten Standorten. Über sechs parallele Workstreams (Anlagevermögen, Personal, Lieferanten, Liquidität, Operatives, Vertrieb) wurden €6,99 Mio. Verbindlichkeiten in 16 Wochen eliminiert, das operative Ergebnis auf +€1,21 Mio. gedreht und das Unternehmen als Going Concern verkauft – ohne Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Diese Fallstudie dokumentiert eine vollständige operative und finanzielle Restrukturierung eines süd-europäischen Mittelständlers im Bereich elektrotechnischer Distribution. Sie steht stellvertretend für die Methode, mit der Tactical Management Substanz unter Liquiditätsdruck stabilisiert: parallele Workstreams innerhalb eines einzelnen Quartals, mit klarer Trennung von Substanz und nicht mehr tragfähiger Struktur.

Die Ausgangslage: Substanz mit nicht mehr tragfähiger Kostenbasis

Das Portfoliounternehmen war seit fast einhundert Jahren einer der führenden regionalen Distributoren von Elektrokomponenten, Beleuchtungslösungen, HVAC-Systemen und Gebäudeautomation – mit Rahmenverträgen über mehrere globale Tier-1-Hersteller.

Fünf aufeinanderfolgende Jahre Kontraktion in Bau und Immobilien hatten den Umsatz um zwei Drittel reduziert. Das Unternehmen trug hohe Verbindlichkeiten, 14 überdimensionierte Standorte, nahezu null Liquidität und steuerte auf einen projizierten Jahresfehlbetrag von €1,9 Millionen zu. Ohne Intervention wäre ein Insolvenzverfahren innerhalb von Wochen unvermeidlich gewesen.

Die Ausgangslage entsprach exakt dem Distress-Profil, das Tactical Management adressiert: bestehende Substanz mit nachhaltigem Marktbezug, operativer Anpassungsbedarf, ein Zeitfenster, das durch Liquiditätserosion noch nicht verschlossen war – und Eigentümer-/Steuerungsstrukturen, die die notwendige Veränderung nicht mehr selbst tragen konnten.

Sechs Workstreams in einem Quartal

Parallele Arbeit an Anlagevermögen, Personal, Lieferanten, Working Capital, Schulden und Vertriebsstrategie – eine vollständige Restrukturierung innerhalb eines einzelnen Quartals.

Anlagevermögen: 40 Prozent Lagerreduzierung in einem Quartal. Verkauf der eigenen Fahrzeuge, Rückgabe der gemieteten Flotte, Veräußerung nicht-strategischer Immobilien, Schließung von fünf Filialen.

Personal: Headcount-Reduzierung von 152 auf 80 Mitarbeiter. 37 Mitarbeiter wurden direkt durch unser Team an Drittfirmen in neue Positionen vermittelt – aktive Outplacement-Verantwortung, nicht passive Freisetzung.

Lieferanten: 135 individuelle Refinanzierungsvereinbarungen unterzeichnet. Die Lieferantenbasis wurde rationalisiert, Schlüsselpartner zum Preferred-Distributor-Status aufgewertet.

Liquidität: Lagerliquidierungskampagne. €2,88 Mio. an persönlichen Partnerbürgschaften freigegeben. Stundungen mit öffentlichen Verwaltungen verhandelt.

Operatives: Tägliches Treasury-Reporting eingeführt. Das Geschäft wurde von einem Volumendistributor zu einem spezialisierten Industrie- und Wärmetechnik-Anbieter repositioniert.

Vertrieb: Zielbasierte Vertriebspolitik, CRM-Rollout, verkürzte Inkassozeiten, margenfokussierte Rabattrestrukturierung.

Signature-Transaktion: €4,5M Tier-1-Verbindlichkeit ohne Insolvenzverfahren eliminiert

Das komplexeste Element war ein €4,5 Millionen Exposure gegenüber einem globalen Tier-1-Hersteller. Wir entwarfen eine vierstufige strukturierte Transaktion, die die Schuld vollständig durch einen Sektor-Transfer auslöschte – und damit eine Zwangsliquidation für alle Parteien vermied.

Schritt 1: Der Hersteller wechselt zur Direktrechnungsstellung von Key Accounts. Die Rolle unseres Unternehmens wird zum provisionsbasierten Agenten umstrukturiert – die Beziehung bleibt erhalten, das Bilanz-Exposure sinkt.

Schritt 2: Der Hersteller verkauft seine Forderung gegen unser Unternehmen zu einem vereinbarten Preis an einen Sektor-Wettbewerber – die Verbindlichkeit verschwindet aus den Büchern des Herstellers.

Schritt 3: Unser Unternehmen tritt seinen Agenturvertrag an diesen Sektor-Wettbewerber ab – das ist der kommerzielle Wert, der die Transaktion unterstützt.

Schritt 4: Die €4,5 Mio. Verbindlichkeit ist eliminiert. Kein Insolvenzverfahren. Clean Exit für alle drei Parteien.

Transaktionsdetails

Jahr des Exits

2014

Geographie

Süd-Europa (Spanien)

Sektor

Distribution elektrotechnischer Komponenten

Mandatstyp

Vollständige Restrukturierung

Timeline

16 Wochen

Outcome

Going-Concern-Verkauf

Kennzahlen

€6,99M

Verbindlichkeiten eliminiert

−92%

Verbesserung vs. projizierter Jahresfehlbetrag

16 Wochen

Mandat bis Closing

Ablauf

Von der Sondierung zum Closing

01

Sondierung & Datenraumzugang

Vertrauliche Erstkontaktaufnahme, NDA, Beschreibung der Ausgangslage. Erste schriftliche Einschätzung innerhalb von 72 Stunden.

02

Indikatives Angebot & Workstream-Architektur

Bewertungsspanne und Strukturvorschlag mit definierten parallelen Workstreams – Anlagevermögen, Personal, Lieferanten, Liquidität, Operatives, Vertrieb.

03

Lieferanten-Refinanzierung

Verhandlung individueller Refinanzierungsvereinbarungen mit Schlüssel- und Volumenlieferanten – 135 unterzeichnete Vereinbarungen.

04

Anlagen- & Standort-Optimierung

Lagerreduzierung, Filialschließung, Veräußerung nicht-strategischer Immobilien, Rückgabe gemieteter Flotte.

05

Personal-Restrukturierung mit Outplacement

Reduzierung von 152 auf 80 Mitarbeiter mit aktiver Vermittlung von 37 Mitarbeitern an Drittfirmen.

06

Tier-1-Sektor-Transfer

Vierstufige Transaktion zur Eliminierung der €4,5M Tier-1-Verbindlichkeit ohne Insolvenzverfahren.

07

Repositionierung & Going-Concern-Verkauf

Vom Volumen- zum Spezialdistributor (Industrie/Wärmetechnik). Going-Concern-Verkauf an strategischen Erwerber.

Ergebnisse

Jeder Workstream geliefert

KennzahlVor MandatErgebnis
Jahresergebnis −€1.900.000 (projiziert) −€152.814
Operatives Ergebnis Deutlich negativ +€1.214.844
Verbindlichkeiten reduziert €6.987.186
Headcount 152 80
Lieferanten-Vereinbarungen Keine 135 unterzeichnet
Tier-1-Hersteller-Exposure €4.500.000 Eliminiert
Exit Insolvenzrisiko Going-Concern-Verkauf

Häufige Fragen

FAQ

Warum konnte das Unternehmen ohne Insolvenzverfahren verkauft werden?

Die Substanz – Kundenstamm, Tier-1-Rahmenverträge, eingespielte operative Strukturen – blieb tragfähig. Was nicht mehr trug, waren Eigentümer-/Steuerungsstrukturen und Kostenbasis. Eine Insolvenz hätte Substanz und Struktur gemeinsam verwertet. Unser Ansatz trennt beides: Struktur wird operativ angepasst, Substanz bleibt erhalten und wird in einen Going-Concern-Verkauf überführt.

Wie wurden €4,5M Verbindlichkeit gegenüber einem Tier-1-Hersteller eliminiert?

Durch einen vierstufigen Sektor-Transfer: Der Hersteller verkaufte seine Forderung an einen sektorfremden Wettbewerber zu einem vereinbarten Preis. Unser Unternehmen trat im Gegenzug seinen Agenturvertrag an diesen Wettbewerber ab. Der kommerzielle Wert des Agenturvertrags bildete die Gegenleistung. Alle drei Parteien profitierten – der Hersteller verlor keine Substanz, der Wettbewerber erhielt einen neuen Markt, unser Unternehmen verlor die Verbindlichkeit.

Welche sechs Workstreams werden bei einer Tactical-Restrukturierung parallel geführt?

Anlagevermögen (Lagerabbau, Filialschließungen, Immobilienverkäufe), Personal (Headcount-Anpassung mit aktivem Outplacement), Lieferanten (Refinanzierungsvereinbarungen, Rationalisierung), Liquidität (Lagerliquidation, Bürgschaftsfreigabe, Stundungen), Operatives (Treasury-Reporting, Repositionierung), Vertrieb (CRM, Inkassozeiten, Margenpolitik). Alle parallel innerhalb eines Quartals.

Welche Substanzgröße muss ein Distress-Fall haben, damit Tactical eine Restrukturierung übernimmt?

Typisch Umsatz €20–500 Millionen und 100–2.000 Mitarbeiter. Entscheidend ist nicht die aktuelle Ergebnislage, sondern ob operative Substanz und Marktposition tragfähig bleiben. EBITDA kann von negativ bis moderat positiv sein. Wesentlich ist ein Zeitfenster, das noch nicht durch Liquiditätserosion verschlossen wurde.

Wie schnell ist eine vollständige Restrukturierung dieser Art überhaupt machbar?

Im konkreten Fall: 16 Wochen vom Mandat bis zum vollständigen Closing. Voraussetzung ist Übergabebereitschaft der Verkäufer, eine konkret strukturierbare Erwerbsarchitektur und ausreichend operative Bandbreite, um sechs Workstreams parallel zu fahren. Sechs Wochen für die Sondierungs- und Strukturierungsphase, zehn Wochen für die operative Umsetzung.

Warum wird die Identität des Unternehmens nicht offengelegt?

Die Veröffentlichung von Distress-Fallstudien mit Namen erfordert in der Regel die schriftliche Zustimmung der ehemaligen oder aktuellen Eigentümer. Aus Gründen der Vertraulichkeit gegenüber den Beteiligten und der rechtlichen Sensitivität von Insolvenz-naher Berichterstattung anonymisieren wir strukturell – Sektor, Region, Größenklasse und Kennzahlen bleiben original, die Identität ist geschützt.

Sachverhalt anonymisiert. Kennzahlen aus der Originaltransaktion. Veröffentlichung mit Zustimmung der Beteiligten.

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