Was ist die übertragende Sanierung?
Bei der übertragenden Sanierung erwirbt ein Käufer im Wege des Asset Deals einzelne oder sämtliche werthaltige Vermögensgegenstände aus der Insolvenzmasse — Anlagen, Vorräte, Forderungen, Marken, Schutzrechte, Lizenzen, Verträge — und führt sie in einer neuen Trägergesellschaft (häufig einer eigens gegründeten NewCo) als Going Concern fort. Die Verbindlichkeiten verbleiben in der ursprünglichen, insolventen Gesellschaft.
Rechtlich ist die übertragende Sanierung kein eigener Verfahrenstyp, sondern eine Veräußerungsform innerhalb des Insolvenzverfahrens (häufig kombiniert mit Eigenverwaltung nach §270 ff. InsO oder einem Schutzschirmverfahren nach §270d InsO). Sie wird durch den Insolvenzverwalter oder Sachwalter auf Basis eines indikativen Angebotes des Käufers, eines strukturierten Bieterverfahrens und der Zustimmung des Gläubigerausschusses umgesetzt.
Der zentrale arbeitsrechtliche Mechanismus ist §613a BGB: Bei einem Betriebsübergang gehen die bestehenden Arbeitsverhältnisse — mit den daraus folgenden Rechten und Pflichten — auf den Erwerber über. Tactical Management nutzt diesen Mechanismus regelmäßig, um Belegschaften ganz oder weit überwiegend zu erhalten.
Übertragende Sanierung vs. Insolvenzplan vs. Share Deal
Der Insolvenzplan (§§217 ff. InsO) saniert die bestehende Gesellschaft als juristische Person — Verbindlichkeiten werden umstrukturiert, der Rechtsträger bleibt erhalten. Sinnvoll, wenn Lizenzen, Genehmigungen oder Verträge nicht übertragbar sind.
Der Share Deal ist außerhalb der Insolvenz der Normalfall — die Anteile der Gesellschaft werden übertragen, sämtliche Verbindlichkeiten gehen mit. Innerhalb der Insolvenz ist er praktisch selten relevant, weil die Insolvenzmasse keine werthaltigen Anteile mehr darstellt.
Die übertragende Sanierung als Asset Deal trennt Substanz und Verbindlichkeiten — sie ist der Standardweg, wenn das operative Geschäft tragfähig ist, die Bilanz aber nicht mehr.
Warum Tactical Management der direkte Erwerber ist
Wir sind kein M&A-Berater, der eine Liste von Bietern verwaltet. Wir erwerben direkt aus eigener Bilanz. Das bedeutet für Insolvenzverwalter und Sachwalter konkret: ein einziger Ansprechpartner, ein einziges indikatives Angebot, ein einziger Entscheidungsweg, ein einziger NDA — keine Telefonkette über drei Berater und vier Investmentkomitees.
Wir können — abhängig von Struktur und Substanz — as-is erwerben, ohne Finanzierungsvorbehalt abschließen, auf umfassende Verkäufergarantien verzichten und vertraglich definierte Legacy Liabilities übernehmen. Diese Transaktionsfähigkeit dient der Stabilisierung, nicht der Verwertung.
BImSchG-Genehmigungen, KRITIS, regulierte Substanz
Bei industriellen Substanzwerten — Spezialchemie, Maschinenbau, Logistik, Energie — sind §16 BImSchG-Genehmigungen, KRITIS-Klassifizierungen und sektorspezifische Regulierung praktisch genauso wertvoll wie die Anlagen selbst. Tactical Management führt diese Übertragungen strukturiert über die übertragende Sanierung — von der Erst-Sondierung mit der zuständigen Genehmigungsbehörde bis zur Bestätigung des Genehmigungsübergangs vor Closing.
Siehe konkret unsere Fallstudie zur Asset-Deal-Übernahme einer Spezialchemie-Sparte in Bayern mit BImSchG-Genehmigungs-Übertragung und 218 von 230 erhaltenen Arbeitsplätzen.
