ReO (Restrukturierungsordnung) — die vorinsolvenzliche Schiene
Die ReO ist seit 17. Juli 2021 in Kraft. Sie ermöglicht — analog zum deutschen StaRUG — die Restrukturierung mit Eingriff in Gläubigerrechte ohne formellen Insolvenzantrag. Vertraulich, ohne Insolvenzverwalter.
Tactical-Eintrittspunkt: typisch in Wochen 2 bis 8 des Verfahrens. Wir arbeiten mit Restrukturierungsbeauftragtem und Schuldnerführung — Strukturpartner, nicht externer Bieter.
Closing typisch als Anteilskauf an der österreichischen Trägergesellschaft. Konzessionen, Gewerbeberechtigungen und KRITIS-Zertifizierungen bleiben unverändert.
Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung (IO §§ 167 ff., 20%-Quote)
Insolvenzverwalter führt das Verfahren. Schuldner bleibt Schuldner, hat aber keine Verwaltungsbefugnis. Mindestquote 20% für ungesicherte Gläubiger über zwei Jahre Erfüllungsfrist.
Tactical-Eintrittspunkt: typisch im Sanierungsplan-Vorlageprozess. Erwerbsstruktur typisch als übertragende Sanierung (Asset Deal) aus der Sanierungsmasse — mit Asset-Bewertung nach KSV1870-Standards und Mitarbeiterübergang nach österreichischem AVRAG.
Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung (IO §§ 169 ff., 30%-Quote)
Schuldner behält Verwaltungsbefugnis unter Aufsicht eines Sanierungstreuhänders. Höhere Mindestquote (30%), kürzere Erfüllungsfrist. Strukturell vergleichbar mit deutscher Eigenverwaltung.
Tactical-Eintrittspunkt: aktive Mitwirkung am Sanierungsplan ab Verfahrensbeginn. Geschäftsführung bleibt im Amt, was die operative Übergabe vereinfacht.
Konkurs mit Asset-Sanierung
Wenn die Sanierungsverfahren nicht zugänglich sind, bleibt das Konkursverfahren mit Asset-Sanierung. Verkauf von Vermögenswerten aus der Konkursmasse, Mitarbeiterübergang nach AVRAG, klar definierte Risikoausgrenzungen.
Tactical-Eintrittspunkt: typisch über den österreichischen Insolvenzverwalter, im Bilateral- oder strukturierten Bieter-Modus.
