Tactical Management
Sondersituation einreichen Schriftliche Erst-Einschätzung in 72 Stunden. Vertraulich.
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Definition

Was Distressed M&A ist.

Distressed M&A bezeichnet den Erwerb eines Unternehmens, das sich in einer finanziellen oder operativen Verwerfung befindet. Die Konstellation kann unterhalb der Insolvenzschwelle liegen (drohende Zahlungsunfähigkeit nach §18 InsO, Restrukturierung nach Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz, kurz StaRUG) oder bereits im Insolvenzkontext (Eigenverwaltung nach InsO §270 ff., Schutzschirmverfahren nach §270d InsO, übertragende Sanierung im Regelinsolvenzverfahren). Strukturell relevant sind das Anfechtungsrecht nach §§129 ff. InsO, der Bargain-Purchase nach IFRS 3, die Behandlung von Pensionsverpflichtungen, der Übergang von Mitarbeiterverhältnissen nach §613a BGB sowie die kartellrechtliche Anmeldung. Bei grenzüberschreitenden Konstellationen kommen EU-Verordnung 2019/452 (FDI-Screening), AIFMD-Vorgaben für die Erwerber-Trägerstruktur und SFDR-Klassifizierung hinzu. In der Tactical-Lesart ist Distressed M&A eine Teilmenge der Sondersituation, deren Lösbarkeit sich aus der erhaltenen operativen Substanz und der strukturellen Klarheit der Verwerfung ergibt.

Abgrenzung

Was Distressed M&A nicht ist.

Distressed M&A ist kein Distressed-Debt-Trade. Der Kauf von Forderungen mit dem Ziel der Sekundärmarktgewinnoptimierung folgt einer anderen Logik. Distressed M&A ist auch keine Liquidationsstrategie. Wer eine zerrüttete Substanz auflöst, betreibt Verwertung, keine Akquisition. Distressed M&A ist kein Turnaround-Mandat im engeren Sinne, in dem ein interim engagierter CRO eine Sanierung führt, ohne dass ein Eigentümerwechsel stattfindet. Es ist ferner kein Notverkauf zum Spottpreis. Auch in Distressed-Konstellationen entstehen Werte aus Strukturkompetenz, nicht aus reiner Preisarbitrage. Wer Distressed M&A als billigen Zugang zu Substanz versteht, missversteht die handwerkliche Tiefe: Sanierungsplan, Stakeholder-Koordination, Lieferanten- und Kundenstabilisierung, Personalbindung, Restrukturierungsumsetzung.

Nicht der Discount macht den Deal.
Die Lösbarkeit der Verwerfung.

Strukturen

Wie wir Distressed-Konstellationen strukturieren.

Tactical Management adressiert Distressed-Konstellationen ausschließlich, wenn die operative Substanz erhalten ist und die Verwerfung strukturell lösbar bleibt. Der Erwerb folgt der Vier-Phasen-Logik der Erwerbs- und Prozessseite, mit verkürzten Zeitfenstern: schriftliche Erst-Einschätzung binnen 72 Stunden, vertrauliche Sondierung binnen Tagen, strukturierte Due Diligence parallel zum Restrukturierungsprozess, Closing über StaRUG-Plan, Insolvenzplan oder Asset Deal aus der Masse. Aus Permanent Capital heraus ist die Halteperspektive lang. Die Integration erfolgt entlang der drei Logiken mit angepassten Zeithorizonten: Bewertung unter Wiederbeschaffungswert, operative Stabilisierung in den ersten 0 bis 180 Tagen, Vertriebsneuausrichtung. Die Eingliederung in eine bestehende Plattform ist die Regel. Was Tactical von klassischen Distressed-Investoren unterscheidet: keine Sekundärmarkt-Logik, keine Verwertungsorientierung, keine Hold-and-Flip-Strategie.

Praxisbeispiele

Distressed-nahe Konstellationen aus dem Tactical-Portfolio.

Boswau-Knauer wurde in einer Konstellation übernommen, in der eine strukturelle Verwerfung schnelles, verlässliches Handeln verlangte. Quarero Robotics wurde aus einer Konstellation heraus erworben, in der die operative Substanz erhalten, der Marktzugang aber strukturell blockiert war. Taskforce Solutions wurde im Kontext einer operativen Neuausrichtung übernommen, in der die Plattformfähigkeit erst durch eine Eigentümerstruktur mit Permanent Capital gehoben werden konnte. In allen drei Fällen ergab sich Wert aus Strukturkompetenz und Geschwindigkeit, nicht aus reiner Preisarbitrage.

Verwandte Begriffe

Im Glossar.

Sondersituation einreichen

Schriftliche Erst-Einschätzung in 72 Stunden.

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