Tactical Management
Sondersituation einreichen Schriftliche Erst-Einschätzung in 72 Stunden. Vertraulich.
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Definition

Was eine Sondersituation ist.

Der Begriff Sondersituation (Special Situation) bezeichnet im DACH-Private-Equity-Vokabular eine Konstellation, in der ein Unternehmen aus einem definierbaren strukturellen Grund nicht in den regulären M&A-Markt findet. Auslöser sind in der Praxis Nachfolge ohne familieninterne Lösung, Konzern-Carve-out unter Portfoliodruck, Gesellschafterstreit nach Erbfall, regulatorische Trennungsauflagen aus dem deutschen Aktiengesetz (AktG) oder dem GmbH-Gesetz (GmbHG), abrupte Liquiditätslücke ohne Insolvenzreife sowie Auflagen aus FDI-Screenings nach EU-Verordnung 2019/452. Die wirtschaftliche Substanz bleibt erhalten. Die Verwerfung verhindert lediglich den geordneten Übergang. Im weiteren Sinn fallen auch Restrukturierungen unter dem Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (StaRUG) sowie Eigenverwaltungsverfahren nach InsO §270 ff. unter den Begriff. In der Tactical-Lesart bezeichnet eine Sondersituation niemals den Notverkauf, sondern den geordneten Übergang ohne Auktion.

Abgrenzung

Was eine Sondersituation nicht ist.

Eine Sondersituation ist kein Fire Sale. Sie ist kein opportunistischer Distressed-Debt-Trade auf Sekundärmarktpreise. Sie ist kein Turnaround-Mandat, in dem ein interim engagierter Restrukturierer ein zerrüttetes Geschäftsmodell sanieren soll. Sie ist auch kein Buyout im klassischen Auktionssinne, in dem ein Sell-Side-Berater mit IM, Phase-I, Phase-II und Auktionsdynamik den höchsten Preis sucht. Wer eine Sondersituation als billiges Asset versteht, missversteht das Mandat. Verkäufer in Sondersituationen optimieren nicht den Erlös einer einzelnen Stunde. Sie optimieren Verlässlichkeit, Geschwindigkeit, Strukturkompetenz und Halteperspektive über die nächsten zehn Jahre.

Nicht der Preis trägt.
Die Struktur trägt.

Strukturen

Wie wir Sondersituationen strukturieren.

Tactical Management arbeitet aus Permanent Capital heraus. Eine Fondslaufzeit existiert nicht. Eine Halteperiode wird nicht im Term Sheet definiert, sondern aus der Lage des Unternehmens entwickelt. Der Erwerb folgt der vier Phasen umfassenden Erwerbs- und Prozesslogik: Erstkontakt mit schriftlicher Einschätzung in 72 Stunden, vertrauliche Sondierung mit Term Sheet, strukturierte Due Diligence mit Carve-out- und Restrukturierungsplanung, Closing mit klar definierter 0-180-Tage-Strukturierung. Der Erwerb erfolgt unterhalb der Wiederbeschaffungskosten der Substanz. Die Integration erfolgt nach drei Logiken: Bewertung, Integration, Vertrieb. Asset-light-Strukturen sind Voraussetzung. Die Eingliederung in eine bestehende Plattform ist die Regel, nicht die Ausnahme. Damit unterscheidet sich der Tactical-Ansatz von klassischer PE-Logik in jeder einzelnen Dimension: Kapitalstruktur, Halteperiode, Integrationsweg, Exit-Hypothese.

Praxisbeispiele

Sondersituationen aus dem Tactical-Portfolio.

Der Erwerb von Quarero Robotics erfolgte aus einer Konstellation heraus, in der die technologische Substanz weit fortgeschritten, der Marktzugang strukturell aber blockiert war. Die Karyali Group wurde im Kontext einer Nachfolgeklärung übernommen, in der eine konventionelle Auktion das operative Geschäft beschädigt hätte. Boswau-Knauer ist ein Beispiel für eine Konzern-Carve-out-Situation mit Portfolio-Refokussierung beim Verkäufer. Allen drei Fällen gemeinsam: keine kompetitive Auktion, ein verlässlicher Einzel-Erwerber, eine über das übliche M&A-Maß hinausgehende Strukturkompetenz und eine Halteperspektive jenseits der klassischen Fünf-Jahres-Logik.

Verwandte Begriffe

Im Glossar.

Sondersituation einreichen

Schriftliche Erst-Einschätzung in 72 Stunden.

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