Tactical Management
Sondersituation einreichen Schriftliche Erst-Einschätzung in 72 Stunden. Vertraulich. →
Akquisitionencontact@tacticalmanagement.ch
DE · EN · ES München · Wien · Baar

Glossar

Bankenpool: der vertragliche Zusammenschluss mehrerer Finanzierer zur gemeinsamen Verwaltung von Sicherheiten.

Hat ein Unternehmen mehrere Hausbanken, bündeln diese ihre Sicherheiten in der Krise häufig in einem Pool. So wird verhindert, dass einzelne Banken zum Nachteil der anderen vorpreschen.

Situation vertraulich schildern

Direkt: +49 177 2266267Rückruf in 60 Minuten (Mo–Fr)Ersteinschätzung in 72 Stunden

Kurz gesagt

Der Bankenpool, auch Sicherheitenpool genannt, bezeichnet einen vertraglichen Zusammenschluss mehrerer Kreditgeber eines Unternehmens, in dem sie ihre Sicherheiten gemeinsam halten, verwalten und im Ernstfall verwerten und die Erlöse nach einem vereinbarten Schlüssel verteilen. Grundlage ist ein Poolvertrag, die Verwaltung übernimmt meist eine Bank als Poolführer. Schließen sich Lieferanten mit Eigentumsvorbehalten zusammen, spricht man vom Lieferantenpool.

Ohne Pool stehen die Banken in der Krise im Wettbewerb: Jede versucht, die eigene Position durch zusätzliche Sicherheiten oder eine schnelle Kündigung zu verbessern. Das beschleunigt den Zusammenbruch, den eigentlich alle vermeiden wollen.

Der Pool schafft Gleichbehandlung und Handlungsfähigkeit. Er ist deshalb häufig Voraussetzung für eine Stillhaltevereinbarung und für gemeinsame Sanierungsfinanzierungen.

Stand: September 2026 · Verantwortlich: Dr. Raphael Nagel (LL.M.), Founding Partner

Funktionsweise

Wie ein Sicherheitenpool funktioniert.

Im Poolvertrag vereinbaren die Banken, welche Sicherheiten eingebracht werden, wie die Erlöse verteilt werden und wer welche Entscheidungen trifft.

  • Einbringung der bestehenden Sicherheiten, etwa Globalzessionen, Sicherungsübereignungen, Grundschulden
  • Verteilungsschlüssel, meist nach Kreditinanspruchnahme oder zugesagten Linien
  • Poolführer mit Verwaltungs- und Verwertungsbefugnis
  • Abstimmungsregeln und Mehrheiten für wesentliche Entscheidungen
  • Pflichten zur Aufrechterhaltung der Linien, oft verbunden mit einer Stillhaltevereinbarung
  • Abgrenzung zu Lieferanten mit Eigentumsvorbehalt, gegebenenfalls über eine Abgrenzungsvereinbarung

Rechtlicher Rahmen

Was der Pool in der Insolvenz leistet und was nicht.

Rechtlich ist der Pool in der Regel eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts nach §§ 705 ff. BGB. Er kann den Banken Beweis- und Zuordnungsprobleme abnehmen, aber keine besseren Rechte verschaffen, als die einzelnen Mitglieder ohnehin hätten. Sicherheiten, die in der Krise neu bestellt oder durch den Pool erst werthaltig gemacht werden, können nach §§ 129 ff. InsO anfechtbar sein.

Im Insolvenzverfahren sind die Poolmitglieder absonderungsberechtigt (§§ 50, 51 InsO). Bewegliche Sachen im Besitz des Verwalters und sicherungshalber abgetretene Forderungen verwertet der Verwalter selbst (§ 166 InsO) und behält Kostenbeiträge für Feststellung und Verwertung ein, pauschal 4 und 5 Prozent (§ 171 InsO). Die rechtliche Prüfung im Einzelfall erfolgt durch Sanierungsanwälte.

Beispiel

Beispiel aus der Praxis.

Beispiel (vereinfacht, fiktiv): Ein Hersteller hat Kredite bei vier Banken mit unterschiedlichen, sich teilweise überschneidenden Sicherheiten. Nach einem Covenant-Bruch schließen die Banken einen Sicherheitenpoolvertrag, die größte Hausbank wird Poolführer. Die Erlöse werden künftig nach Quote der Kreditinanspruchnahme verteilt. Im Gegenzug verpflichten sich alle Banken, die Linien für sechs Monate aufrechtzuerhalten, bis ein Sanierungskonzept vorliegt.

Häufige Fragen

Häufige Fragen.

Warum wollen Banken in der Krise einen Pool?

Um Gleichbehandlung herzustellen, Streit über die Zuordnung von Sicherheiten zu vermeiden und gemeinsam handlungsfähig zu sein. Ohne Pool hätte jede Bank einen Anreiz, zuerst zu kündigen.

Was ist ein Lieferantenpool?

Ein Zusammenschluss von Lieferanten, die Waren unter Eigentumsvorbehalt geliefert haben. Weil sich im Lager oft nicht mehr feststellen lässt, welche Ware von welchem Lieferanten stammt, bündeln sie ihre Rechte und lassen sie gemeinsam verwerten.

Ist ein Bankenpool insolvenzfest?

Soweit die eingebrachten Sicherheiten selbst wirksam und unanfechtbar sind, ja. Der Pool selbst verbessert die Rechtsposition der Mitglieder aber nicht. Sicherheiten, die erst in der Krise bestellt wurden, bleiben anfechtungsgefährdet.

Welche Rolle hat der Poolführer?

Der Poolführer verwaltet die Sicherheiten, koordiniert die Kommunikation mit dem Unternehmen und den anderen Banken und führt im Verwertungsfall die Abwicklung durch. Für Unternehmen ist er der zentrale Ansprechpartner der Finanzierungsseite.

Vertrauliches Erstgespräch

Begriff verstanden. Und jetzt die eigene Lage?

Drei Zeilen genügen. Der Gründungspartner meldet sich persönlich, vertraulich und mit einer konkreten Einordnung.

oder direkt anrufen: +49 177 2266267