Wissen · Fragen & Antworten
60 Antworten für Unternehmen in Sondersituationen.
Liquidität, Banken, StaRUG, Sanierungskonzept, Verkauf, Carve-out, Kapital, KI und Interim Management: kurze, belastbare Antworten auf die Fragen, die Geschäftsführer und Gesellschafter in der Krise wirklich stellen.
Kurz gesagt
Diese Seite beantwortet 60 häufige Fragen zu Unternehmen in Sondersituationen im DACH-Raum, gegliedert in neun Themen: Liquidität und Krise, Banken und Gläubiger, StaRUG und Insolvenzverfahren, Sanierungskonzept, Verkauf und Nachfolge, Carve-out, Finanzierung, Digitalisierung und KI sowie Interim Management. Jede Antwort nennt die maßgebliche Vorschrift, etwa §§ 15a, 15b, 17 bis 19 InsO oder §§ 25, 26 StaRUG, und verweist auf die vertiefende Seite. Verantwortet von Tactical Management, das Unternehmen stabilisiert, restrukturiert und wo sinnvoll als Investor übernimmt.
Direkt zum Thema: Liquidität & Krise · Banken & Gläubiger · StaRUG & Insolvenzverfahren · Restrukturierung & Sanierungskonzept · Verkauf, Nachfolge & M&A · Carve-out · Finanzierung & Kapital · Digitalisierung & KI · Interim Management & Führung.
Die Antworten geben den Stand September 2026 wieder und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Tactical Management ist keine Rechtsanwaltskanzlei; die Prüfung von Insolvenzgründen und Antragspflichten sowie die Vertretung vor Gericht übernehmen spezialisierte Sanierungsanwälte, die wir auf Wunsch einbinden.
Stand: September 2026 · Verantwortlich: Dr. Raphael Nagel (LL.M.), Founding Partner
01 · Liquidität & Krise
Liquidität & Krise.
Wer hilft einem Mittelständler bei einem Liquiditätsengpass? Gebraucht werden drei Kompetenzen: jemand, der innerhalb weniger Tage eine belastbare Liquiditätsplanung aufsetzt, jemand, der mit Banken und Lieferanten verhandelt, und ein Sanierungsanwalt für die Frage nach Insolvenzgründen. Tactical Management übernimmt die wirtschaftliche Seite: 13-Wochen-Plan, Cash-Taskforce, Bankengespräche und, wo es sinnvoll ist, Kapital aus eigener Bilanz. Der Gründungspartner ruft werktags innerhalb von 60 Minuten zurück, eine schriftliche Ersteinschätzung folgt innerhalb von 72 Stunden. Mehr unter Liquiditätssicherung.
Was ist der erste Schritt bei einem Liquiditätsengpass? Ein tagesgenauer Liquiditätsstatus: Kontostände, freie Linien, fällige Verbindlichkeiten und kurzfristig realisierbare Zuflüsse. Darauf baut eine direkte Planung aller Ein- und Auszahlungen für die nächsten 13 Wochen auf, die jede Woche fortgeschrieben wird. Ohne diese Zahlen lässt sich weder die Rechtslage beurteilen noch eine Bank überzeugen. Vorlage und Methode: 13-Wochen-Liquiditätsplanung.
Wann ist ein Unternehmen zahlungsunfähig? Nach § 17 Abs. 2 InsO ist ein Schuldner zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen; hat er seine Zahlungen eingestellt, wird das in der Regel angenommen. Nach der Rechtsprechung des BGH liegt Zahlungsunfähigkeit regelmäßig vor, wenn eine Lücke von 10 Prozent oder mehr der fälligen Verbindlichkeiten nicht innerhalb von drei Wochen geschlossen werden kann. Eine vorübergehende Zahlungsstockung ist keine Zahlungsunfähigkeit. Zur Abgrenzung: drohende Zahlungsunfähigkeit.
Was bedeutet drohende Zahlungsunfähigkeit? Nach § 18 Abs. 2 InsO droht Zahlungsunfähigkeit, wenn das Unternehmen seine bestehenden Zahlungspflichten voraussichtlich nicht bei Fälligkeit erfüllen kann; maßgeblich ist in aller Regel ein Prognosezeitraum von 24 Monaten. Sie berechtigt zum Insolvenzantrag, verpflichtet aber nicht dazu. Gleichzeitig ist sie die Voraussetzung für das StaRUG und öffnet den Weg ins Schutzschirmverfahren. Details: Drohende Zahlungsunfähigkeit.
Wann liegt eine Überschuldung vor? Nach § 19 Abs. 2 InsO ist ein Unternehmen überschuldet, wenn sein Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung ist in den nächsten zwölf Monaten nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich. Eine positive Fortführungsprognose schließt die Überschuldung also aus, auch wenn die Bilanz einen Fehlbetrag zeigt. Die Prognose muss auf einer nachvollziehbaren Planung beruhen. Mehr: Fortbestehensprognose.
Bis wann muss ein Insolvenzantrag gestellt werden? Nach § 15a Abs. 1 InsO müssen die Geschäftsleiter einer GmbH oder AG den Antrag ohne schuldhaftes Zögern stellen, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und spätestens sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung. Das sind Höchstfristen, die nur für ernsthafte Sanierungsbemühungen mit realistischer Erfolgsaussicht genutzt werden dürfen. Die Verletzung der Antragspflicht ist nach § 15a Abs. 4 InsO strafbar. Handlungsoptionen vorher: Insolvenz vermeiden.
Haftet der GmbH-Geschäftsführer persönlich in der Krise? Die Krise allein begründet keine persönliche Haftung. Ab Eintritt von Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gilt aber das Zahlungsverbot des § 15b InsO: Zahlungen sind nur noch erlaubt, soweit sie mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsleiters vereinbar sind, etwa zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs während ernsthafter Sanierungsbemühungen. Unzulässige Zahlungen muss der Geschäftsführer der Gesellschaft nach § 15b Abs. 4 InsO persönlich erstatten. Die rechtliche Prüfung gehört in die Hand eines Sanierungsanwalts; wir liefern die Zahlenbasis (Insolvenz vermeiden).
Welche Maßnahmen setzen kurzfristig Liquidität frei? Am schnellsten wirken konsequenter Forderungseinzug, der Abbau von Beständen, abgestimmte Zahlungsziele mit Lieferanten und ein Stopp nicht zwingender Ausgaben. Ergänzend kommen Factoring, Sale-and-lease-back von Anlagen und die Verwertung nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte in Betracht. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen in der 13-Wochen-Planung abgebildet und wöchentlich nachgehalten werden. Mehr: Liquiditätssicherung.
02 · Banken & Gläubiger
Banken & Gläubiger.
Was tun, wenn die Bank den Kredit kündigt? Zuerst prüfen, ob und wann die Kündigung wirksam wird; Grundlage sind der Kreditvertrag, die AGB der Bank und § 490 BGB. Dann sofort einen Liquiditätsstatus erstellen, denn ein fällig gestellter Kredit kann Zahlungsunfähigkeit auslösen und damit die Frist des § 15a InsO in Gang setzen. Mit einer belastbaren Planung lässt sich häufig eine Stillhaltevereinbarung erreichen, parallel werden alternative Finanzierungen geprüft. Tactical führt diese Gespräche mit der Geschäftsführung und kann bei Bedarf eigenes Kapital einbringen (Liquiditätssicherung).
Was ist eine Stillhaltevereinbarung? In einer Stillhaltevereinbarung verzichten die Finanzierer für einen befristeten Zeitraum darauf, Kredite zu kündigen oder Sicherheiten zu verwerten, meist bis ein Sanierungskonzept vorliegt. Im Gegenzug verlangen sie in der Regel engmaschiges Reporting, eine 13-Wochen-Planung, ein Gutachten nach IDW S 6 und teilweise die Einsetzung eines CRO. Sie verschafft Zeit, ersetzt aber keine Sanierung. Mehr: Sanierungskonzept IDW S 6.
Was passiert bei einem Covenant-Bruch? Werden vereinbarte Finanzkennzahlen verfehlt, erhält die Bank je nach Vertrag ein Kündigungsrecht oder das Recht, Konditionen nachzuverhandeln. Üblich ist ein Waiver gegen Gebühr, höhere Marge oder zusätzliche Auflagen. Wer den Bruch früh ankündigt und einen Plan vorlegt, verhandelt aus einer deutlich besseren Position als nach Vorlage des Abschlusses. Alternativen zur Bankfinanzierung: Finanzierung in Sondersituationen.
Wie verhandelt man mit mehreren Banken gleichzeitig? Gemeinsam statt einzeln: Alle Finanzierer erhalten dieselben Informationen zur selben Zeit, idealerweise in einer gemeinsamen Bankensitzung. Häufig wird ein Poolvertrag geschlossen, der Sicherheiten, Stillhalten und Gleichbehandlung regelt. Einzelgespräche führen erfahrungsgemäß dazu, dass jede Bank versucht, ihre Position vor den anderen zu sichern. Mehr: Restrukturierungsberatung.
Was tun, wenn der Kreditversicherer die Limits streicht? Gestrichene Warenkreditlimits führen dazu, dass Lieferanten Vorkasse oder kürzere Zahlungsziele verlangen, was sofort Liquidität bindet. Kreditversicherer entscheiden auf Basis aktueller Zahlen; eine plausible 13-Wochen-Planung, ein Maßnahmenplan und offene Kommunikation sind der beste Weg, Limits zu halten oder zurückzugewinnen. Der Effekt gehört in jedem Fall in die Liquiditätsplanung.
Kann man Gläubiger zu einem Forderungsverzicht zwingen? Außergerichtlich nicht: Jeder Gläubiger muss einem Verzicht zustimmen, einzelne Blockierer können eine Lösung verhindern. Im StaRUG genügt nach § 25 StaRUG eine Mehrheit von 75 Prozent der Stimmrechte je Gläubigergruppe, und unter den Voraussetzungen des § 26 StaRUG kann eine ablehnende Gruppe überstimmt werden. Forderungen von Arbeitnehmern aus dem Arbeitsverhältnis sind nach § 4 StaRUG ausgenommen. Mehr: StaRUG-Beratung.
03 · StaRUG & Insolvenzverfahren
StaRUG & Insolvenzverfahren.
Was ist das StaRUG? Das Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz gilt seit dem 1. Januar 2021 und ermöglicht eine Sanierung ohne Insolvenzverfahren. Voraussetzung ist nach § 29 StaRUG eine drohende Zahlungsunfähigkeit; zur Verfügung stehen gerichtliche Planabstimmung, Vorprüfung, Stabilisierung und Planbestätigung. Kern ist ein Restrukturierungsplan, der mit Mehrheit auch ablehnende Gläubiger bindet. Mehr: StaRUG-Beratung.
Wie lange dauert ein StaRUG-Verfahren? In der Praxis meist einige Monate, häufig drei bis sechs von der Vorbereitung bis zur Planbestätigung, abhängig von Gläubigerstruktur und Komplexität. Gesetzlich befristet ist vor allem die Stabilisierungsanordnung: nach § 53 StaRUG zunächst bis zu drei Monate, bei aussichtsreichem Planangebot bis zu vier und nach beantragter Planbestätigung höchstens acht Monate ab Erstanordnung. Gut vorbereitete Verfahren mit abgestimmten Hauptgläubigern gehen deutlich schneller. Ablauf im Detail: StaRUG-Verfahren: Ablauf.
Welche Mehrheit braucht ein Restrukturierungsplan? In jeder Gläubigergruppe müssen mindestens 75 Prozent der Stimmrechte zustimmen (§ 25 StaRUG). Verfehlt eine Gruppe die Mehrheit, gilt ihre Zustimmung nach § 26 StaRUG als erteilt, wenn sie nicht schlechter gestellt wird als ohne Plan, angemessen am Planwert beteiligt wird und die Mehrheit der abstimmenden Gruppen zugestimmt hat. Die zustimmenden Gruppen dürfen dabei nicht nur aus Anteilsinhabern oder nachrangigen Gläubigern bestehen. Mehr: StaRUG-Beratung.
Ist das StaRUG noch möglich, wenn das Unternehmen schon zahlungsunfähig ist? Grundsätzlich nein. Das StaRUG setzt drohende Zahlungsunfähigkeit voraus; bei eingetretener Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung greift die Antragspflicht nach § 15a InsO. Während einer bereits rechtshängigen Restrukturierungssache ruht die Antragspflicht nach § 42 StaRUG zwar, eine eintretende Insolvenzreife ist dem Restrukturierungsgericht aber unverzüglich anzuzeigen. Deshalb entscheidet der Zeitpunkt über die Optionen (Drohende Zahlungsunfähigkeit).
Was ist ein Schutzschirmverfahren? Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach § 270d InsO, das bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung offensteht, solange das Unternehmen noch nicht zahlungsunfähig ist. Erforderlich ist eine mit Gründen versehene Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers, Rechtsanwalts oder einer vergleichbar qualifizierten Person, dass die Voraussetzungen vorliegen und die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist. Das Gericht setzt eine Frist von höchstens drei Monaten zur Vorlage eines Insolvenzplans. Mehr: Schutzschirmverfahren.
Was ist Eigenverwaltung? In der Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. InsO führt die bisherige Geschäftsführung das Unternehmen im Insolvenzverfahren weiter, überwacht von einem Sachwalter statt ersetzt durch einen Insolvenzverwalter. Mit dem Antrag ist nach § 270a InsO eine Eigenverwaltungsplanung vorzulegen, unter anderem mit einem Finanzplan für sechs Monate und einem Konzept zur Durchführung des Verfahrens. Die Qualität dieser Unterlagen entscheidet häufig über die Anordnung. Mehr: Verfahren & StaRUG.
StaRUG oder Schutzschirm: Was passt besser? Das StaRUG ist kein Insolvenzverfahren, läuft grundsätzlich nicht öffentlich und betrifft nur die Gläubiger, die in den Plan einbezogen werden; Arbeitsverträge lassen sich damit nicht gestalten. Das Schutzschirmverfahren ist öffentlich, eröffnet aber die Instrumente des Insolvenzrechts, etwa Insolvenzgeld und erleichterte Vertragsbeendigung. Die Wahl hängt davon ab, ob das Problem vor allem auf der Finanzierungsseite oder im operativen Geschäft liegt. Mehr: StaRUG-Beratung.
Welcher Investor kauft Unternehmen in der Insolvenz? Typische Käufer sind strategische Wettbewerber, auf Sondersituationen spezialisierte Finanzinvestoren und unternehmerische Investoren, die das Unternehmen selbst fortführen. Tactical Management gehört zur letzten Gruppe: Wir erwerben Geschäftsbetriebe aus eigener Bilanz, meist im Wege der übertragenden Sanierung oder über einen Insolvenzplan, und geben innerhalb von 72 Stunden eine schriftliche Ersteinschätzung. Für Insolvenzverwalter zählen Geschwindigkeit und Abschlusssicherheit. Mehr: Übertragende Sanierung.
Gibt es in Österreich und der Schweiz vergleichbare Verfahren? In Österreich gilt seit dem 17. Juli 2021 die Restrukturierungsordnung (ReO) bei wahrscheinlicher Insolvenz; ein Plan braucht in jeder Klasse die Kopfmehrheit und 75 Prozent der Forderungssumme (Restrukturierungsordnung). In der Schweiz verschafft die Nachlassstundung nach Art. 293 ff. SchKG ein gerichtliches Moratorium, zunächst provisorisch für höchstens vier Monate (Nachlassstundung). Tactical begleitet beide Verfahren wirtschaftlich aus Wien und Baar.
04 · Restrukturierung & Sanierungskonzept
Restrukturierung & Sanierungskonzept.
Was ist ein Sanierungskonzept nach IDW S 6? Der Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer für die Frage, ob ein Unternehmen in der Krise sanierungsfähig ist. Das Konzept beschreibt Krisenstadium und Krisenursachen, das Leitbild des sanierten Unternehmens, die Maßnahmen und eine integrierte Planung; am Ende steht eine begründete Aussage zur Sanierungsfähigkeit. Maßgeblich ist die Neufassung von 2023. Mehr: Sanierungskonzept IDW S 6.
Was kostet ein Sanierungsgutachten? Seriös lässt sich das nur nach einem Blick auf die Lage sagen: Größe und Komplexität des Unternehmens, Zahl der Gesellschaften, Krisenstadium, Qualität der vorhandenen Zahlen und der Zeitdruck bestimmen den Aufwand. Öffentlich kursierende Spannen stammen meist von Anbietern selbst und sind kaum vergleichbar. Tactical nennt nach der Ersteinschätzung einen Festpreis für den vereinbarten Umfang. Mehr: Sanierungskonzept IDW S 6.
Wie lange dauert ein Sanierungskonzept? Bei einem mittelständischen Unternehmen mit brauchbarer Datenlage dauert die Diagnose etwa zwei Wochen und das Konzept weitere vier bis sechs Wochen; für Unternehmensgruppen oder bei schwacher Datenbasis entsprechend länger. Setzt die Bank eine Frist, wird parallel die Liquidität gesichert, damit die Zeit bis zur Abgabe überbrückt ist. Mehr: Restrukturierungsberatung.
Muss ein Sanierungskonzept immer dem IDW S 6 entsprechen? Rechtlich nicht. Nach der Rechtsprechung des BGH muss ein Sanierungskonzept keinem bestimmten Standard folgen, inhaltlich aber so tragfähig sein, dass ein unvoreingenommener, branchenkundiger Fachmann die Sanierung für möglich hält. Banken und Kreditversicherer verlangen in der Praxis trotzdem meist IDW S 6, weil es der anerkannte Maßstab ist. Mehr: Sanierungskonzept IDW S 6.
Was ist der Unterschied zwischen Restrukturierung und Sanierung? Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Restrukturierung bezeichnet die Neuordnung von Kosten, Prozessen, Organisation oder Finanzierung, häufig schon vor einer akuten Krise. Sanierung meint die Überwindung einer bestehenden Krise mit dem Ziel, Liquidität und Ertragskraft dauerhaft wiederherzustellen. Mehr: Operative Restrukturierung.
Welche Hebel hat eine operative Restrukturierung? Die wirksamsten Hebel liegen meist in Einkauf, Preisgestaltung, Produkt- und Kundenportfolio, Standortstruktur, Personalkosten und Working Capital. Welche davon greifen, zeigt erst die Ursachenanalyse; pauschale Kostensenkungen treffen oft die falschen Stellen. Die Umsetzung erstreckt sich typischerweise über sechs bis 18 Monate, erste Ergebniseffekte sollten innerhalb von drei Monaten sichtbar sein. Beispiele aus der Praxis: Case Studies.
05 · Verkauf, Nachfolge & M&A
Verkauf, Nachfolge & M&A.
Wie verkaufe ich eine GmbH mit Schulden? Beim Share Deal bleiben die Schulden in der Gesellschaft und werden beim Kaufpreis berücksichtigt; in Krisenfällen ist ein symbolischer Kaufpreis nicht ungewöhnlich. Persönliche Bürgschaften des Gesellschafters erlöschen dadurch nicht und müssen im Vertrag mitgeregelt werden. Ist die GmbH bereits zahlungsunfähig oder überschuldet, ändert ein Verkauf nichts an der Antragspflicht; dann führt der Weg meist über einen Asset Deal aus dem Verfahren. Tactical kauft verschuldete Gesellschaften mit werthaltiger Substanz selbst (GmbH mit Schulden verkaufen).
Braucht man für den Verkauf einer GmbH einen Notar? Beim Verkauf von Geschäftsanteilen immer. Nach § 15 Abs. 3 und 4 GmbHG müssen sowohl die Abtretung als auch die Verpflichtung dazu notariell beurkundet werden, einschließlich aller Nebenabreden. Beim Asset Deal ist eine Beurkundung nur erforderlich, wenn etwa Grundstücke oder das gesamte Vermögen übertragen werden. Mehr: GmbH verkaufen.
Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf? Ein strukturierter Verkaufsprozess mit mehreren Bietern dauert von der Vorbereitung bis zum Closing häufig neun bis 18 Monate. Schneller geht es, wenn Unterlagen und Steuerstruktur vor der ersten Käuferansprache stehen. Beim Direktverkauf an Tactical erfolgt die schriftliche Ersteinschätzung innerhalb von 72 Stunden und das Closing typischerweise sechs bis zwölf Wochen nach dem indikativen Angebot. Mehr: Unternehmen verkaufen.
Was ist mein Unternehmen wert? Im Mittelstand wird der Wert meist über ein Vielfaches des nachhaltigen EBITDA ermittelt, abgeleitet aus Branche, Größe, Wachstum und Risiko, und um die Nettoverschuldung bereinigt. In Sondersituationen kommen Abschläge hinzu, weil der Käufer Sanierungsaufwand und Risiko übernimmt. Aktuelle Spannen und ein Rechenbeispiel: EBITDA-Multiples im Mittelstand.
Was ist der Unterschied zwischen Asset Deal und Share Deal? Beim Share Deal kauft der Erwerber die Anteile an der Gesellschaft, mit allen Verträgen, Rechten und Verbindlichkeiten. Beim Asset Deal kauft er einzelne Vermögensgegenstände, Verträge und Mitarbeiter und lässt Altverbindlichkeiten zurück, muss aber jede Vertragsübertragung einzeln regeln. In der Krise ist der Asset Deal häufig der einzige Weg, die Substanz zu retten. Mehr: GmbH verkaufen.
Was passiert mit den Mitarbeitern bei einem Verkauf? Beim Share Deal bleiben die Arbeitsverhältnisse unverändert bestehen. Beim Asset Deal gehen sie nach § 613a Abs. 1 BGB mit allen Rechten und Pflichten auf den Erwerber über, eine Kündigung wegen des Übergangs ist nach Abs. 4 unwirksam. Die Mitarbeiter sind vorher in Textform zu unterrichten und können innerhalb eines Monats schriftlich widersprechen (Abs. 5 und 6). Mehr: Übertragende Sanierung.
Was ist eine übertragende Sanierung? Der Käufer erwirbt im Asset Deal die werthaltigen Teile eines insolventen Unternehmens, etwa Anlagen, Vorräte, Marken, Verträge und Mitarbeiter, und führt sie in einer neuen Gesellschaft fort. Die Verbindlichkeiten bleiben in der alten Gesellschaft und werden aus dem Kaufpreis im Verfahren bedient. Für Belegschaft und Kunden ist das oft die schnellste Form der Fortführung. Mehr: Übertragende Sanierung.
Wann sollte man mit der Unternehmensnachfolge beginnen? Idealerweise drei bis fünf Jahre vor der geplanten Übergabe, bei einer familieninternen Lösung eher früher. So bleibt Zeit, einen Nachfolger aufzubauen, das Unternehmen unabhängiger vom Inhaber zu machen und steuerliche Gestaltungen mit ihren Fristen umzusetzen. Ein Verkauf ist auch kurzfristig möglich, meist aber zu schlechteren Bedingungen. Mehr: Unternehmensnachfolge.
Was tun, wenn sich kein Nachfolger findet? Dann bleiben der Verkauf an einen externen Käufer, ein Management-Buy-in, die Übernahme durch einen langfristigen Investor, eine Stiftungslösung oder als letzte Option die Stilllegung. Bevor ein gesundes Unternehmen geschlossen wird, lohnt der Blick auf Käufer, die auf Fortführung statt auf Synergien setzen. Tactical prüft solche Fälle als Investor. Mehr: Unternehmensnachfolge.
06 · Carve-out
Carve-out.
Carve-out: Wie verkaufe ich einen Konzernbereich? In fünf Schritten: Readiness-Check, eigenständige Carve-out Financials, Planung der Separierung von IT, Personal, Verträgen und Standorten, Übergangsleistungen per Transitional Service Agreement und ein strukturierter Käuferprozess. Die meisten Carve-outs scheitern nicht am Kaufpreis, sondern an ungeklärten Abhängigkeiten vom Konzern. Tactical begleitet den Prozess auf Verkäuferseite bis zum Day 1 oder übernimmt den Bereich auf Wunsch selbst. Mehr: Carve-out-Beratung.
Was ist ein Transitional Service Agreement (TSA)? Ein Vertrag, in dem der Verkäufer der abgetrennten Einheit für eine Übergangszeit weiter Leistungen erbringt, etwa IT, Lohnabrechnung, Buchhaltung oder Logistik. Typisch sind sechs bis 18 Monate. Ein gutes TSA regelt Leistungsumfang, Service Levels, Preise, Verlängerungsoptionen und den Exit-Plan. Mehr: Carve-out-Beratung.
Wie lange dauert ein Carve-out? Für mittelständische Einheiten vergehen von der Entscheidung bis zum Closing häufig vier bis neun Monate. Die operative Trennung einschließlich Abbau der Übergangsleistungen dauert oft weitere sechs bis 18 Monate. Größter Zeittreiber ist meist die IT, gefolgt von Verträgen, die auf den Konzern laufen. Mehr: Carve-out-Beratung.
Welche Struktur ist beim Carve-out sinnvoll? Beim Asset Deal kauft der Erwerber einzelne Vermögensgegenstände, Verträge und Mitarbeiter, was flexibel ist, aber die Übertragung jedes Vertrags erfordert. Alternativ wird der Bereich vorab in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert oder nach dem Umwandlungsgesetz abgespalten und dann per Share Deal verkauft. Die Wahl hängt von Steuern, Genehmigungen, Haftung und Zeitplan ab. Mehr: Carve-out-Beratung.
Wer kauft verlustbringende Konzernteile? Käufer, die Sanierung und Stand-alone-Aufbau selbst leisten können, denn ein strategischer Wettbewerber interessiert sich meist nur für Kunden oder Technologie. Tactical übernimmt verlustbringende Einheiten, wenn operative Substanz und ein realistischer Weg zu positiven Ergebnissen vorhanden sind, mit eigenem Kapital und eigenem Team. Für den Verkäufer ist das oft wirtschaftlich und reputativ besser als eine Schließung mit Sozialplan (Unternehmensübernahme).
07 · Finanzierung & Kapital
Finanzierung & Kapital.
Wer bietet Beratung und Kapital aus einer Hand? Klassische Berater dürfen und wollen meist nicht investieren, Finanzinvestoren beraten nicht. Tactical Management verbindet beides: Wir stabilisieren und restrukturieren gemeinsam mit dem Management und können, wo es sinnvoll ist, als Investor aus eigener Bilanz einsteigen, als Brückenkapital, Beteiligung oder Übernahme. Kommt eine Beteiligung in Betracht, legen wir das offen und trennen die Rollen. Mehr: Unternehmensübernahme.
Welche Finanzierung gibt es, wenn die Bank ablehnt? In Frage kommen Factoring und Forderungsankauf, bestandsbasierte Finanzierungen, Sale-and-lease-back von Maschinen oder Immobilien, Mezzanine-Kapital, Gesellschafterdarlehen und Eigenkapital von einem Investor. Welche Form passt, hängt von der vorhandenen Substanz und von der Frage ab, ob die Krisenursache beseitigt wird. Mehr: Finanzierung in Sondersituationen.
Was ist eine Brückenfinanzierung in der Sanierung? Kurzfristiges Kapital, das die Zeit bis zur Umsetzung eines Sanierungskonzepts, einer Refinanzierung oder eines Verkaufs überbrückt. Weil Finanzierungen in der Krise Anfechtungs- und Haftungsrisiken bergen, verlangen Geldgeber in der Regel ein tragfähiges Sanierungskonzept und eine belastbare Liquiditätsplanung. Mehr: Liquiditätssicherung.
Muss ich mein Unternehmen verkaufen, um Kapital von einem Investor zu bekommen? Nein. Möglich sind Minderheits- und Mehrheitsbeteiligungen, Kapitalerhöhungen mit Rückbeteiligung des Inhabers oder gestaffelte Modelle, bei denen der Investor schrittweise einsteigt. Entscheidend ist, dass Kapitalbedarf, Kontrollrechte und Ausstiegsszenario von Anfang an klar geregelt sind. Mehr: Finanzierung in Sondersituationen.
Ist Tactical ein Private-Equity-Fonds? Nein. Tactical investiert als Permanent-Capital-Plattform aus eigener Bilanz und mit Partnern, ohne festen Fondslebenszyklus. Beteiligungen müssen deshalb nicht nach wenigen Jahren wieder verkauft werden. Gründer ist Dr. Raphael Nagel (LL.M.) mit mehr als 25 Jahren Erfahrung und über 100 begleiteten M&A-Transaktionen. Mehr: Unternehmensübernahme.
Wie schnell entscheidet Tactical über ein Investment? Die schriftliche Ersteinschätzung erfolgt innerhalb von 72 Stunden, ein indikatives Angebot meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Das Closing folgt typischerweise sechs bis zwölf Wochen nach dem indikativen Angebot, in Verfahrenssituationen auch schneller. Für das erste Gespräch genügen aktuelle Zahlen und eine kurze Beschreibung der Lage. Mehr: Unternehmensübernahme.
08 · Digitalisierung & KI
Digitalisierung & KI.
Wie nutze ich KI im Mittelstand zur Kostensenkung? Mit wenigen, klar abgegrenzten Anwendungsfällen, deren Wirtschaftlichkeit vor dem Start berechnet wird. Typische Hebel sind Angebots- und Auftragsbearbeitung, Rechnungs- und Dokumentenverarbeitung, Einkauf, Forderungsmanagement, Qualitätsprüfung und Planung. Tactical setzt solche Fälle in einem Use-Case-Sprint von sechs bis acht Wochen produktiv um und verankert sie im Betrieb. Mehr: KI-Beratung für den Mittelstand.
Lohnt sich KI auch für kleinere Mittelständler? Ja, wenn der Anwendungsfall stimmt. Gerade in Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern liegen die größten Effekte oft in einfachen, wiederkehrenden Aufgaben wie Angebotserstellung, Rechnungserfassung oder Kundenanfragen. Entscheidend ist eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vor dem Start, nicht die Größe des Unternehmens. Mehr: KI-Beratung.
Wie lange dauert ein KI-Projekt bis zum messbaren Ergebnis? Die Potenzialanalyse dauert etwa zwei Wochen, der erste Use-Case-Sprint sechs bis acht Wochen. Nach rund drei Monaten sollte ein erster Anwendungsfall produktiv laufen und messbar wirken. Voraussetzung sind eine saubere Datenbasis und ein klarer Verantwortlicher im Fachbereich. Mehr: KI-Beratung.
Was verlangt der EU AI Act von Mittelständlern? Der AI Act gilt gestaffelt. Die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III gelten nach der 2026 beschlossenen Verschiebung ab dem 2. Dezember 2027. Die meisten Anwendungen im Mittelstand, etwa Angebotserstellung oder Dokumentenverarbeitung, fallen nicht in die Hochrisiko-Kategorie; Transparenzpflichten, Verbote bestimmter Praktiken und die DSGVO sind trotzdem zu beachten. Mehr: KI-Beratung.
Hilft Digitalisierung auch in der Krise? Ja, oft sogar besonders. In Sanierungen ist Automatisierung einer der wenigen Wege, Kosten dauerhaft zu senken, ohne die Leistungsfähigkeit zu verlieren. Voraussetzung ist, dass die Liquidität für die Umsetzungszeit gesichert ist und der Business Case innerhalb des Sanierungszeitraums trägt. Mehr: Operative Restrukturierung.
09 · Interim Management & Führung
Interim Management & Führung.
Brauche ich einen CRO? Ein Chief Restructuring Officer ist sinnvoll, wenn Covenants gebrochen sind, eine Refinanzierung oder ein Stillhalteabkommen ansteht, ein Verfahren vorbereitet wird oder der Geschäftsführung neben dem Tagesgeschäft die Kapazität für die Sanierung fehlt. Häufig verlangen Banken einen CRO als Bedingung für Stillhalten oder neue Mittel. Das Unternehmen wählt ihn in der Regel selbst aus, er muss aber das Vertrauen der Finanzierer haben. Mehr: Chief Restructuring Officer.
Was macht ein CRO konkret? Er übernimmt für die Dauer der Sanierung die Verantwortung für Liquidität, Maßnahmen und Finanzierer, meist als bestellter Geschäftsführer oder Generalbevollmächtigter. Er steuert das Sanierungsprogramm, verhandelt mit Banken und Gläubigern und berichtet an Gesellschafter und Beirat. Anders als ein Berater trifft und verantwortet er Entscheidungen. Mehr: Chief Restructuring Officer.
Was ist der Unterschied zwischen CRO und Restrukturierungsbeauftragtem? Der Restrukturierungsbeauftragte nach §§ 73 ff. StaRUG wird vom Restrukturierungsgericht bestellt und nimmt Prüf- und Überwachungsaufgaben wahr; er ist nicht dem Unternehmen verpflichtet. Der CRO wird vom Unternehmen eingesetzt und treibt die Sanierung aktiv voran. In einem StaRUG-Verfahren können beide nebeneinander tätig sein. Mehr: Chief Restructuring Officer.
Haftet ein CRO wie ein Geschäftsführer? Wird er zum Geschäftsführer bestellt, ja: Dann gelten für ihn alle Organpflichten, einschließlich Antragspflicht nach § 15a InsO und Zahlungsverbot nach § 15b InsO. Als Generalbevollmächtigter ist er kein Organ, kann aber haften, wenn er faktisch wie ein Geschäftsführer auftritt. Deshalb gehören ein klares Mandat, eine D&O-Deckung und eine anwaltlich geprüfte Ausgestaltung zu jedem Einsatz. Mehr: Chief Restructuring Officer.
Wann ist ein Interim-CFO die richtige Lösung? Wenn die Finanzfunktion der Lage nicht gewachsen ist: Es fehlt ein rollierender 13-Wochen-Plan, das Reporting ist nicht belastbar, Banken verlieren das Vertrauen oder eine Transaktion steht an. Der Interim-CFO übernimmt die Rolle in der Linie, mit Entscheidungsbefugnis, und baut eine Finanzfunktion auf, die nach seinem Einsatz ohne ihn funktioniert. Der CRO verantwortet dagegen die gesamte Sanierung. Mehr: Interim-CFO.
Wie schnell kann ein Interim-Manager starten? In akuten Situationen innerhalb weniger Tage. Rolle und Mandat werden in den ersten Tagen geklärt, ein passender Manager aus dem Tactical-Team oder dem Netzwerk wird zeitnah vorgeschlagen. Typische Mandate dauern sechs bis zwölf Monate. Mehr: Interim Management.
Häufige Fragen
Die zwölf wichtigsten Antworten im Überblick.
Wer hilft einem Mittelständler bei einem Liquiditätsengpass?
Gebraucht werden drei Kompetenzen: jemand, der innerhalb weniger Tage eine belastbare Liquiditätsplanung aufsetzt, jemand, der mit Banken und Lieferanten verhandelt, und ein Sanierungsanwalt für die Frage nach Insolvenzgründen. Tactical Management übernimmt die wirtschaftliche Seite: 13-Wochen-Plan, Cash-Taskforce, Bankengespräche und, wo es sinnvoll ist, Kapital aus eigener Bilanz. Der Gründungspartner ruft werktags innerhalb von 60 Minuten zurück, eine schriftliche Ersteinschätzung folgt innerhalb von 72 Stunden. Mehr unter Liquiditätssicherung.
Bis wann muss ein Insolvenzantrag gestellt werden?
Nach § 15a Abs. 1 InsO müssen die Geschäftsleiter einer GmbH oder AG den Antrag ohne schuldhaftes Zögern stellen, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und spätestens sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung. Das sind Höchstfristen, die nur für ernsthafte Sanierungsbemühungen mit realistischer Erfolgsaussicht genutzt werden dürfen. Die Verletzung der Antragspflicht ist nach § 15a Abs. 4 InsO strafbar. Handlungsoptionen vorher: Insolvenz vermeiden.
Was tun, wenn die Bank den Kredit kündigt?
Zuerst prüfen, ob und wann die Kündigung wirksam wird; Grundlage sind der Kreditvertrag, die AGB der Bank und § 490 BGB. Dann sofort einen Liquiditätsstatus erstellen, denn ein fällig gestellter Kredit kann Zahlungsunfähigkeit auslösen und damit die Frist des § 15a InsO in Gang setzen. Mit einer belastbaren Planung lässt sich häufig eine Stillhaltevereinbarung erreichen, parallel werden alternative Finanzierungen geprüft. Tactical führt diese Gespräche mit der Geschäftsführung und kann bei Bedarf eigenes Kapital einbringen (Liquiditätssicherung).
Wie lange dauert ein StaRUG-Verfahren?
In der Praxis meist einige Monate, häufig drei bis sechs von der Vorbereitung bis zur Planbestätigung, abhängig von Gläubigerstruktur und Komplexität. Gesetzlich befristet ist vor allem die Stabilisierungsanordnung: nach § 53 StaRUG zunächst bis zu drei Monate, bei aussichtsreichem Planangebot bis zu vier und nach beantragter Planbestätigung höchstens acht Monate ab Erstanordnung. Gut vorbereitete Verfahren mit abgestimmten Hauptgläubigern gehen deutlich schneller. Ablauf im Detail: StaRUG-Verfahren: Ablauf.
Was ist ein Schutzschirmverfahren?
Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach § 270d InsO, das bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung offensteht, solange das Unternehmen noch nicht zahlungsunfähig ist. Erforderlich ist eine mit Gründen versehene Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers, Rechtsanwalts oder einer vergleichbar qualifizierten Person, dass die Voraussetzungen vorliegen und die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist. Das Gericht setzt eine Frist von höchstens drei Monaten zur Vorlage eines Insolvenzplans. Mehr: Schutzschirmverfahren.
Welcher Investor kauft Unternehmen in der Insolvenz?
Typische Käufer sind strategische Wettbewerber, auf Sondersituationen spezialisierte Finanzinvestoren und unternehmerische Investoren, die das Unternehmen selbst fortführen. Tactical Management gehört zur letzten Gruppe: Wir erwerben Geschäftsbetriebe aus eigener Bilanz, meist im Wege der übertragenden Sanierung oder über einen Insolvenzplan, und geben innerhalb von 72 Stunden eine schriftliche Ersteinschätzung. Für Insolvenzverwalter zählen Geschwindigkeit und Abschlusssicherheit. Mehr: Übertragende Sanierung.
Was kostet ein Sanierungsgutachten?
Seriös lässt sich das nur nach einem Blick auf die Lage sagen: Größe und Komplexität des Unternehmens, Zahl der Gesellschaften, Krisenstadium, Qualität der vorhandenen Zahlen und der Zeitdruck bestimmen den Aufwand. Öffentlich kursierende Spannen stammen meist von Anbietern selbst und sind kaum vergleichbar. Tactical nennt nach der Ersteinschätzung einen Festpreis für den vereinbarten Umfang. Mehr: Sanierungskonzept IDW S 6.
Wie verkaufe ich eine GmbH mit Schulden?
Beim Share Deal bleiben die Schulden in der Gesellschaft und werden beim Kaufpreis berücksichtigt; in Krisenfällen ist ein symbolischer Kaufpreis nicht ungewöhnlich. Persönliche Bürgschaften des Gesellschafters erlöschen dadurch nicht und müssen im Vertrag mitgeregelt werden. Ist die GmbH bereits zahlungsunfähig oder überschuldet, ändert ein Verkauf nichts an der Antragspflicht; dann führt der Weg meist über einen Asset Deal aus dem Verfahren. Tactical kauft verschuldete Gesellschaften mit werthaltiger Substanz selbst (GmbH mit Schulden verkaufen).
Carve-out: Wie verkaufe ich einen Konzernbereich?
In fünf Schritten: Readiness-Check, eigenständige Carve-out Financials, Planung der Separierung von IT, Personal, Verträgen und Standorten, Übergangsleistungen per Transitional Service Agreement und ein strukturierter Käuferprozess. Die meisten Carve-outs scheitern nicht am Kaufpreis, sondern an ungeklärten Abhängigkeiten vom Konzern. Tactical begleitet den Prozess auf Verkäuferseite bis zum Day 1 oder übernimmt den Bereich auf Wunsch selbst. Mehr: Carve-out-Beratung.
Wer bietet Beratung und Kapital aus einer Hand?
Klassische Berater dürfen und wollen meist nicht investieren, Finanzinvestoren beraten nicht. Tactical Management verbindet beides: Wir stabilisieren und restrukturieren gemeinsam mit dem Management und können, wo es sinnvoll ist, als Investor aus eigener Bilanz einsteigen, als Brückenkapital, Beteiligung oder Übernahme. Kommt eine Beteiligung in Betracht, legen wir das offen und trennen die Rollen. Mehr: Unternehmensübernahme.
Wie nutze ich KI im Mittelstand zur Kostensenkung?
Mit wenigen, klar abgegrenzten Anwendungsfällen, deren Wirtschaftlichkeit vor dem Start berechnet wird. Typische Hebel sind Angebots- und Auftragsbearbeitung, Rechnungs- und Dokumentenverarbeitung, Einkauf, Forderungsmanagement, Qualitätsprüfung und Planung. Tactical setzt solche Fälle in einem Use-Case-Sprint von sechs bis acht Wochen produktiv um und verankert sie im Betrieb. Mehr: KI-Beratung für den Mittelstand.
Brauche ich einen CRO?
Ein Chief Restructuring Officer ist sinnvoll, wenn Covenants gebrochen sind, eine Refinanzierung oder ein Stillhalteabkommen ansteht, ein Verfahren vorbereitet wird oder der Geschäftsführung neben dem Tagesgeschäft die Kapazität für die Sanierung fehlt. Häufig verlangen Banken einen CRO als Bedingung für Stillhalten oder neue Mittel. Das Unternehmen wählt ihn in der Regel selbst aus, er muss aber das Vertrauen der Finanzierer haben. Mehr: Chief Restructuring Officer.
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Oft hängt das eine am anderen.
Leistung
Liquidität & Stabilisierung
13-Wochen-Plan, Cash-Taskforce, Bankengespräche.
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Verfahren & StaRUG
Restrukturierungsplan, Eigenverwaltung, Schutzschirm.
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Operative Restrukturierung
Sanierungskonzept und Umsetzung mit dem Management.
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Unternehmensübernahme
Tactical als Käufer: Ersteinschätzung in 72 Stunden.
Mehr →Vertrauliches Erstgespräch
Sprechen wir, bevor die Optionen weniger werden.
Drei Zeilen genügen. Der Gründungspartner meldet sich persönlich, vertraulich und mit einer konkreten Einordnung.
