Nachfolge-Standortbestimmung
Ziele von Inhaber und Familie, Übergabefähigkeit des Unternehmens, realistische Wertspanne und Zeitrahmen. Ergebnis ist ein Vergleich der Optionen, kein vorgefertigter Verkaufsprozess.
Nachfolge · Leitfaden für Inhaber
Eine Nachfolge ist keine einzelne Transaktion, sondern ein Übergang über mehrere Jahre. Wir helfen Inhabern, die Optionen nüchtern zu vergleichen, das Unternehmen übergabefähig zu machen und die gewählte Lösung umzusetzen. Wenn weder Familie noch Management noch ein Dritter passt, kann Tactical selbst übernehmen.
Kurz gesagt
Unternehmensnachfolge ist die Übertragung von Eigentum und Führung eines Unternehmens auf die nächste Generation der Familie, das Management, einen externen Käufer oder einen Investor. Die wichtigsten Wege sind die familieninterne Übergabe, der Management-Buy-out (MBO), der Management-Buy-in (MBI), der Verkauf an einen strategischen Käufer oder Finanzinvestor, die Übernahme durch einen langfristigen Investor, die Stiftungslösung und als letzte Option die Stilllegung. Eine gut vorbereitete Nachfolge braucht in der Regel drei bis fünf Jahre. Tactical Management berät Inhaber im DACH-Raum bei Auswahl und Umsetzung und kann auf Wunsch selbst als langfristiger Käufer eintreten.
Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn schätzt, dass in Deutschland von 2026 bis 2030 rund 186.000 Unternehmen zur Übergabe anstehen, weil ihre Inhaber aus persönlichen Gründen ausscheiden (IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025). Gezählt werden dabei nur Familienunternehmen, deren Gewinn eine Übernahme für einen Nachfolger wirtschaftlich attraktiv macht. KfW Research erfasst den gesamten Mittelstand einschließlich Kleinstunternehmen und Soloselbstständigen: Danach streben bis Ende 2029 rund 545.000 Inhaber eine Nachfolge an, während 569.000 ihr Unternehmen nach dem eigenen Rückzug nicht fortführen wollen (KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, Januar 2026).
Beide Studien beschreiben denselben Befund: Die Generation der Babyboomer zieht sich zurück, und für viele Unternehmen gibt es keinen vorbereiteten Nachfolger. Inhaber, die bis Ende 2026 übergeben wollen, sind laut KfW im Schnitt bereits 66,5 Jahre alt. Wer spät beginnt, hat weniger Optionen und verhandelt unter Zeitdruck.
Stand: September 2026 · Verantwortlich: Dr. Raphael Nagel (LL.M.), Founding Partner
Typische Situationen
Was wir konkret tun
Ziele von Inhaber und Familie, Übergabefähigkeit des Unternehmens, realistische Wertspanne und Zeitrahmen. Ergebnis ist ein Vergleich der Optionen, kein vorgefertigter Verkaufsprozess.
Zweite Führungsebene aufbauen, Abhängigkeit vom Inhaber senken, Zahlen und Verträge ordnen, Ertragslage stabilisieren. Bei Bedarf mit Interim Management in der Übergangsphase.
Wertermittlung als Grundlage für Gespräche mit Familie, Management oder Käufern. Struktur gemeinsam mit Steuerberater und Notar, etwa gestaffelte Übergabe, Verkäuferdarlehen, Earn-out oder Rückbeteiligung.
Finanzierbarkeit prüfen, Kaufpreis und Übergangsregeln verhandeln, Finanzierungspartner einbinden. Zur Finanzierung siehe MBO-Finanzierung in Deutschland.
Ansprache strategischer Käufer und Finanzinvestoren, Verhandlung bis zum Notartermin. Für Gesellschaften mit beschränkter Haftung siehe GmbH verkaufen.
Wenn keine andere Lösung trägt oder der Inhaber einen langfristigen Eigentümer ohne Fondslaufzeit sucht, prüfen wir die Übernahme selbst. Siehe Tactical als Nachfolge-Investor.
Nachfolgeoptionen
Die meisten Inhaber wünschen sich zuerst eine Lösung in der Familie. Laut KfW Research streben 55 % der Inhaber mit Nachfolgeplänen eine familieninterne Übergabe an, 42 % ziehen einen Verkauf an Externe in Betracht, 28 % eine Übergabe an Beschäftigte und 24 % eine Lösung über Miteigentümer (Mehrfachnennungen möglich). Tatsächlich wurden nach der Metaanalyse des IfM Bonn über 40 Jahre gut die Hälfte der Familienunternehmen innerhalb der Familie übergeben, etwa 17 % an Beschäftigte und 29 % an Externe. Die folgende Übersicht vergleicht die Wege nüchtern.
| Weg | Vorteile | Nachteile | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| Familienintern | Kontinuität, Erhalt als Familienunternehmen, erbschaftsteuerliche Verschonung möglich | Geeignete und willige Nachfolger fehlen oft; Konflikte zwischen Geschwistern; die Versorgung des Übergebers muss gesichert sein | ein Familienmitglied qualifiziert ist und die Rolle wirklich will |
| Management-Buy-out (MBO) | Nachfolger kennen Unternehmen, Kunden und Mitarbeiter; geringes Vertraulichkeitsrisiko | Das Management hat selten genug Eigenkapital; der Verkäufer finanziert oft mit; der Rollenwechsel birgt Konflikte | eine starke zweite Führungsebene existiert und der Kaufpreis finanzierbar ist |
| Management-Buy-in (MBI) | Externe Führungskraft bringt Erfahrung und neue Impulse | Einarbeitungsrisiko, Informationsgefälle, Akzeptanz in der Belegschaft, Finanzierung | das Unternehmen klar strukturiert ist und ein passender Kandidat gefunden wird |
| Verkauf an einen strategischen Käufer | Oft höchster Preis durch Synergien; Marktzugang und Ressourcen für das Unternehmen | Integration kann Standorte, Marke und Arbeitsplätze verändern; Wettbewerber erhalten Einblick | die Synergien real sind und die Eigenständigkeit nicht erhalten werden muss |
| Verkauf an einen Finanzinvestor | Professioneller Prozess, Kapital für Wachstum, Rückbeteiligung möglich | Fremdfinanzierter Kauf belastet das Unternehmen; Weiterverkauf nach einigen Jahren üblich | Wachstumspotenzial besteht und ein späterer Weiterverkauf akzeptabel ist |
| Langfristiger Investor, etwa Tactical | Eigentümer ohne Fondslaufzeit; Fortführung als Ziel; auch in schwierigen Situationen | Nicht jedes Unternehmen passt zu den Kriterien; der Preis orientiert sich an der Ertragskraft, nicht an Synergien | Fortführung und Verlässlichkeit wichtiger sind als der höchste Nominalpreis |
| Stiftungslösung | Das Unternehmen bleibt dauerhaft zusammen und wird nicht unter Erben aufgeteilt | Vermögen ist für die Familie dauerhaft gebunden; Gestaltung komplex; Familienstiftungen zahlen alle 30 Jahre Erbersatzsteuer | es keinen Nachfolger gibt, das Unternehmen aber als Einheit erhalten bleiben soll |
| Stilllegung oder Liquidation | Klarer Abschluss, Kontrolle über den Zeitpunkt | Der Wert des laufenden Geschäfts geht verloren; Kosten für Sozialplan, Verträge und Rückbau; Arbeitsplätze entfallen | das Geschäftsmodell keine Zukunft hat oder das Unternehmen für einen Verkauf zu klein ist |
Die Wege lassen sich kombinieren, etwa ein MBO mit Minderheitsbeteiligung eines Investors oder eine gestaffelte Übergabe in der Familie mit externem Geschäftsführer.
Zeitplan
Eine familieninterne Nachfolge braucht Zeit, weil der Nachfolger Erfahrung und Akzeptanz aufbauen muss und weil erbschaftsteuerliche Verschonungen Behaltefristen von fünf oder sieben Jahren auslösen. Ein Verkauf braucht Zeit, weil Käufer die Ertragskraft der letzten drei Jahre sehen wollen und Maßnahmen, die das Unternehmen unabhängiger vom Inhaber machen, erst wirken müssen, bevor sie sich im Preis zeigen.
Wer zu spät beginnt, verliert mehr als Zeit. Inhaber mit Stilllegungsplänen nennen laut KfW Research das nahende Rentenalter als wichtigsten Grund; daneben fehlendes Interesse in der Familie und zunehmend die Bürokratie. Eine Stilllegung ist oft keine bewusste Entscheidung, sondern das Ergebnis einer aufgeschobenen. Eine Einordnung der aktuellen Lage finden Sie unter Nachfolgeregelung im Mittelstand 2026.
Vorbereitung
Nachfolger und Käufer zahlen für Ertragskraft, die ohne den bisherigen Inhaber fortbesteht. Die wichtigsten Hebel liegen deshalb selten im Vertrag, sondern im Unternehmen selbst. Warum die Nachfolge selten am Preis scheitert, beschreibt unsere Perspektive Nachfolge ist keine Bewertungsfrage.
Erbschaft- und Schenkungsteuer
Wird ein Unternehmen verschenkt oder vererbt, fällt Schenkung- oder Erbschaftsteuer an; beim Verkauf dagegen Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn. Für begünstigtes Betriebsvermögen sehen §§ 13a und 13b ErbStG zwei Verschonungsmodelle vor. Bei der Regelverschonung bleiben 85 % steuerfrei, wenn das Unternehmen fünf Jahre gehalten wird und die Lohnsumme in dieser Zeit insgesamt 400 % der Ausgangslohnsumme nicht unterschreitet. Bei der Optionsverschonung bleiben 100 % steuerfrei, bei sieben Jahren Behaltefrist und 700 % Lohnsumme; Voraussetzung ist unter anderem, dass das Verwaltungsvermögen höchstens 20 % beträgt. Diese Lohnsummen gelten für Betriebe mit mehr als 15 Beschäftigten, für kleinere Betriebe gelten niedrigere Werte, bis fünf Beschäftigte entfällt die Prüfung. Für Erwerbe über 26 Mio. Euro gelten ein Abschmelzmodell oder eine Verschonungsbedarfsprüfung.
Diese Regeln stehen auf dem Prüfstand. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt am 13. Oktober 2026 im Verfahren 1 BvR 804/22 darüber, ob die Begünstigung von Betriebsvermögen mit dem Gleichheitssatz vereinbar ist, und am Vortag im Verfahren 1 BvF 1/23 unter anderem über Freibeträge, Steuersätze und die Bewertung von Grundbesitz (Terminhinweis des Bundesverfassungsgerichts). Mit einer Entscheidung wird nicht vor 2027 gerechnet. Bis dahin gilt das bestehende Recht; wie Karlsruhe entscheidet und ob der Gesetzgeber Übergangsregeln schafft, ist offen.
Für Inhaber heißt das: Eine Übertragung in der Familie sollte nicht auf Annahmen über künftiges Recht aufbauen, sondern auf einer Berechnung nach geltendem Recht mit Szenarien. Das ist Aufgabe des Steuerberaters. Wir liefern die unternehmerische Grundlage, etwa Bewertung, Planung und die Entwicklung der Lohnsumme. Für den Verkauf gelten die ertragsteuerlichen Regeln, die wir unter GmbH verkaufen zusammengefasst haben. In Österreich wird seit 2008 keine Erbschaft- und Schenkungsteuer erhoben, in der Schweiz regeln die Kantone sie; für Inhaber in der Schweiz siehe Unternehmensnachfolge Schweiz.
Ablauf
Ziele klären: Preis, Fortführung, eigene Rolle nach der Übergabe, Altersversorgung. Optionen vergleichen, Familie früh einbeziehen, Testament und Gesellschaftsvertrag prüfen lassen.
Zweite Führungsebene aufbauen, Abhängigkeiten vom Inhaber abbauen, Zahlen bereinigen, Immobilien und nicht betriebsnotwendiges Vermögen ordnen, Steuerstruktur festlegen.
Nachfolger bestimmen oder Käufer ansprechen, Bewertung, Verhandlung, Verträge und Notartermin.
Einarbeitung, Kommunikation mit Kunden, Banken und Belegschaft, klar begrenzte Beirats- oder Beraterrolle des Übergebers.
Mehr als Beratung
Viele Nachfolgeberater begleiten einen Weg, den sie selbst nie gehen würden. Wir kennen die Käuferseite aus eigener Praxis: Tactical erwirbt Unternehmen aus eigener Bilanz, als Permanent-Capital-Plattform ohne festen Fondslebenszyklus. Das macht unsere Einschätzung zu Preis, Struktur und Finanzierbarkeit realistisch, weil wir wissen, was ein Käufer tatsächlich prüft und zahlt.
Die Rollen bleiben getrennt. Beraten wir eine Nachfolge und kommt später eine Übernahme durch Tactical in Betracht, legen wir das offen und schriftlich dar, lassen die Bewertung unabhängig plausibilisieren, und der Inhaber bleibt frei, eine andere Lösung zu wählen. Für Inhaber, die bereits wissen, dass es keinen Nachfolger in Familie oder Management gibt, beschreibt Kein Nachfolger in Sicht, wie eine Übernahme durch Tactical abläuft.
Häufige Fragen
Idealerweise drei bis fünf Jahre vor der geplanten Übergabe, bei einer familieninternen Lösung eher früher. So bleibt Zeit, einen Nachfolger aufzubauen, das Unternehmen unabhängiger vom Inhaber zu machen und steuerliche Gestaltungen mit ihren Fristen umzusetzen. Ein Verkauf ist auch kurzfristig möglich, dann aber meist mit weniger Käufern, geringerem Verhandlungsspielraum und höheren Abschlägen.
Die familieninterne Übergabe durch Schenkung, Erbe oder Verkauf an Familienmitglieder, der Management-Buy-out durch das bestehende Management, der Management-Buy-in durch externe Führungskräfte, der Verkauf an einen strategischen Käufer oder Finanzinvestor, die Übernahme durch einen langfristigen Investor, die Einbringung in eine Stiftung und die Stilllegung. Häufig werden Wege kombiniert, etwa ein MBO mit Beteiligung eines Investors oder eine gestaffelte Übergabe über mehrere Jahre.
Das IfM Bonn schätzt rund 186.000 Übergaben von 2026 bis 2030 und zählt dabei nur Familienunternehmen mit ausreichendem Gewinn für einen Nachfolger. KfW Research bezieht auch Kleinstunternehmen und Soloselbstständige ein: Danach streben bis Ende 2029 rund 545.000 Inhaber eine Nachfolge an, während 569.000 nach dem eigenen Rückzug keine Fortführung planen. Die Zahlen unterscheiden sich wegen der Abgrenzung, nicht im Befund.
Beim Management-Buy-out kauft das bestehende Management das Unternehmen, beim Management-Buy-in eine externe Führungskraft oder ein externes Team. Der MBO bietet Kontinuität, scheitert aber oft an der Finanzierung, weil Führungskräfte selten genug Eigenkapital haben. Üblich ist dann eine Kombination aus Bankdarlehen, Förderkrediten, Verkäuferdarlehen und gegebenenfalls einem Investor. Beim MBI sind Einarbeitungs- und Akzeptanzrisiko höher, dafür kommen neue Impulse ins Unternehmen.
Grundlage ist der nach dem Bewertungsgesetz ermittelte Wert des übertragenen Betriebsvermögens. Nach §§ 13a und 13b ErbStG bleiben davon 85 % oder auf Antrag 100 % steuerfrei, wenn Behaltefrist und Lohnsumme eingehalten werden und das Verwaltungsvermögen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Hinzu kommen persönliche Freibeträge, für Kinder 400.000 Euro je Elternteil. Das Bundesverfassungsgericht prüft die Verschonungsregeln derzeit; bis zu einer Entscheidung gilt das bestehende Recht. Die Berechnung gehört in die Hände des Steuerberaters.
Dann bleiben der Verkauf an Externe, die Übernahme durch einen Investor, eine Stiftungslösung oder die Stilllegung. Bevor ein gesundes Unternehmen geschlossen wird, lohnt der Blick auf Käufer, die nicht auf Synergien, sondern auf Fortführung setzen. Tactical prüft solche Fälle und gibt innerhalb von 72 Stunden eine schriftliche Ersteinschätzung. Mehr unter Nachfolger gesucht.
Nein. Tactical berät zu Strategie, Bewertung, Struktur, Finanzierung und Umsetzung und verhandelt für den Inhaber. Steuer- und Rechtsfragen klären Ihr Steuerberater, Ihr Anwalt und der Notar. Wir arbeiten eng mit ihnen zusammen und stellen auf Wunsch den Kontakt zu spezialisierten Kanzleien her.
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Vertrauliches Erstgespräch
Drei Zeilen genügen. Der Gründungspartner meldet sich persönlich, vertraulich und mit einer konkreten Einordnung.