Anfangsbestand
Summe aller Bankguthaben zum Wochenbeginn, abgestimmt mit den Kontoauszügen. Kreditlinien werden getrennt geführt.
Werkzeug · Liquidität
Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung ist das wichtigste Steuerungsinstrument in jeder Unternehmenskrise. Hier finden Sie Aufbau, typische Fehler und eine kostenlose Excel-Vorlage mit Ampel für die erste kritische Woche. Wenn es schnell gehen muss, erstellen wir die Planung mit Ihnen.
Kurz gesagt
Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung ist eine direkte, rollierende Planung aller erwarteten Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens für die nächsten 13 Wochen, also ein Quartal, auf Wochenbasis. Sie wird jede Woche mit Ist-Werten abgeglichen und um eine Woche verlängert. Banken, Kreditversicherer, Sanierungsberater und Gerichte nutzen sie als Standard, weil sie kurzfristige Engpässe wie Lohnläufe, Steuertermine und Quartalszahlungen sichtbar macht, die eine Monatsplanung verdeckt.
Eine gute 13-Wochen-Planung beantwortet drei Fragen: Wie viel Liquidität ist heute tatsächlich verfügbar? In welcher Woche wird es eng? Und welche Maßnahmen verschieben diese Woche nach hinten? Sie arbeitet mit Zahlungsströmen, nicht mit Aufwand und Ertrag. Eine Rechnung zählt erst in der Woche, in der das Geld auf dem Konto eingeht oder abfließt.
Stand: September 2026 · Verantwortlich: Dr. Raphael Nagel (LL.M.), Founding Partner
Kostenlose Vorlage
Direkte Methode, 8 Einzahlungs- und 15 Auszahlungspositionen, automatischer Endbestand, Kreditlinien und eine Ampel, die die erste Woche mit negativer freier Liquidität markiert. Mit Anleitung und Hinweisen zu Zahlungsunfähigkeit und Antragspflicht.
Typische Situationen
Was wir konkret tun
Summe aller Bankguthaben zum Wochenbeginn, abgestimmt mit den Kontoauszügen. Kreditlinien werden getrennt geführt.
Forderungseingänge nach realistischem Zahlungsverhalten jedes größeren Kunden, nicht nach Zahlungsziel. Anzahlungen, Factoring, Sondereffekte getrennt.
Material, Löhne, Sozialabgaben, Steuern, Miete, Leasing, Zinsen und Tilgung mit exakten Fälligkeiten. Lohnlauf und Steuertermine sind die typischen Engpasswochen.
Nur zugesagte, nicht gekündigte Linien. Die freie Liquidität je Woche ist die zentrale Steuerungsgröße.
Basisfall und Stressfall, etwa Ausfall eines Großkunden oder Kürzung einer Linie. So wird sichtbar, wie viel Puffer tatsächlich besteht.
Jede Woche werden die Ist-Werte eingetragen und Abweichungen erklärt. Nach drei bis vier Wochen zeigt die Trefferquote, wie verlässlich die Planung ist.
Typische Fehler
Die meisten Planungen, die uns in Krisenmandaten vorgelegt werden, sind zu optimistisch auf der Einzahlungsseite und zu unvollständig auf der Auszahlungsseite. Die folgenden Fehler sehen wir am häufigsten.
Rechtlicher Rahmen
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt Zahlungsunfähigkeit im Sinne von § 17 InsO in der Regel vor, wenn eine Liquiditätslücke von 10 Prozent oder mehr der fälligen Verbindlichkeiten nicht innerhalb von drei Wochen geschlossen werden kann. Für die Prüfung wird ein Finanzstatus und ein Finanzplan benötigt, also genau das, was eine 13-Wochen-Planung liefert.
Bei Zahlungsunfähigkeit muss die Geschäftsführung spätestens nach drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen (§ 15a InsO). Eine laufend geführte Planung dokumentiert, dass die Lage überwacht wurde, und zeigt früh, ob der Weg über eine Restrukturierung nach StaRUG offensteht. Die rechtliche Bewertung erfolgt durch Sanierungsanwälte; Tactical liefert die Zahlenbasis.
Ablauf
Kontoauszüge, offene Posten, Kreditorenliste, Lohn- und Steuertermine, Kreditverträge.
Grobe Planung mit der Antwort, wie viele Wochen die Liquidität trägt.
Vollständige Wochenplanung mit Szenarien und Maßnahmenliste, abgestimmt mit der Geschäftsführung.
Plan-Ist-Abgleich und Reporting an Banken und Gesellschafter, auf Wunsch durch unseren Interim-CFO.
Mehr als Beratung
Eine Planung allein schafft keine Liquidität. Wir nutzen sie, um Cash im Unternehmen zu heben, und führen die Gespräche mit Banken, Lieferanten und Kreditversicherern. Wenn zusätzliches Kapital nötig ist, kann Tactical es als Kapitalpartner bereitstellen. Mehr unter Liquidität & Stabilisierung.
Häufige Fragen
13 Wochen entsprechen einem Quartal und erfassen damit alle regelmäßigen Zahlungstermine einmal: Lohnläufe, Umsatzsteuer, Sozialabgaben, Quartalszahlungen für Miete, Zinsen oder Versicherungen. Ein längerer Zeitraum auf Wochenbasis wird ungenau, ein kürzerer übersieht Quartalseffekte. Für die mittelfristige Sicht ergänzt man die Planung um eine Monatsplanung über 12 bis 24 Monate.
Die direkte Methode plant jede Ein- und Auszahlung nach dem erwarteten Zahlungszeitpunkt. Die indirekte Methode leitet den Cashflow aus der geplanten GuV und Bilanz ab. Für die kurzfristige Steuerung in der Krise ist nur die direkte Methode geeignet, weil sie zeigt, in welcher Woche das Geld tatsächlich fehlt.
Ja, wenn sie vollständig, mit den Kontoauszügen abgestimmt und plausibel ist. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern die Qualität der Annahmen und der wöchentliche Plan-Ist-Abgleich. Banken achten besonders auf die Einzahlungsannahmen und darauf, ob Kreditlinien realistisch angesetzt sind.
Verantwortlich ist die Geschäftsführung, erstellt wird sie meist von Finanzleitung und Controlling. In Krisen fehlt dort oft die Kapazität. Dann übernehmen externe Berater oder ein Interim-CFO die Erstellung und wöchentliche Fortschreibung, damit das Team sich auf Forderungseinzug und Zahlungssteuerung konzentrieren kann.
Ja. Die Excel-Vorlage ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar, auch zur Weitergabe im Unternehmen und an Berater. Sie ersetzt keine rechtliche Prüfung der Zahlungsfähigkeit.
Verwandte Leistungen
Vertrauliches Erstgespräch
Drei Zeilen genügen. Der Gründungspartner meldet sich persönlich, vertraulich und mit einer konkreten Einordnung.