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Wissen · Restrukturierung in Zahlen 2026

Restrukturierung in Zahlen 2026: Insolvenzen, Nachfolge, Finanzierung.

Die wichtigsten amtlichen und institutionellen Kennzahlen für Geschäftsführer, Gesellschafter und Beiräte im DACH-Mittelstand auf einer Seite. Jede Zahl mit Herausgeber, Veröffentlichungsdatum und Link zur Originalquelle. Stand: 27. September 2026.

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Kurz gesagt

Die fünf wichtigsten Zahlen: In Deutschland registrierten die Amtsgerichte 24.064 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025 (+10,3 %, Destatis) und 12.812 im 1. Halbjahr 2026 (+6,7 %, höchster Halbjahreswert seit 2013). Die Zahl der Großinsolvenzen von Unternehmen mit mehr als 10 Mio. Euro Umsatz stieg 2025 laut FalkenSteg um 27 % auf 481. Bis 2030 stehen laut IfM Bonn rund 186.000 Unternehmensübergaben an, während laut KfW 569.000 Mittelständler bis Ende 2029 eine Stilllegung planen. Und 40,5 % der kreditsuchenden KMU erlebten ihre Bank im 2. Quartal 2026 als restriktiv, ein Rekord seit 2017 (KfW-ifo-Kredithürde).

Kennzahlen zur Unternehmenskrise sind verstreut: Destatis zählt Anträge nach der ersten Gerichtsentscheidung, Creditreform schätzt Fälle und Schäden hoch, FalkenSteg beobachtet nur Unternehmen ab 10 Mio. Euro Umsatz, die Restrukturierungsgerichte melden StaRUG-Verfahren gesondert. Diese Seite führt die Zahlen zusammen und nennt bei jeder Angabe die Quelle. Abweichungen zwischen Quellen beruhen auf unterschiedlichen Methoden und Stichtagen, nicht auf Fehlern.

Wir aktualisieren die Übersicht, sobald neue Jahres- oder Halbjahreszahlen erscheinen. Zahlen, die wir nicht an der Originalquelle prüfen konnten, sind nicht aufgeführt.

Zitiervorschlag: Tactical Management, Restrukturierung in Zahlen 2026, tacticalmanagement.ch/restrukturierung-statistik-2026

Stand: September 2026 · Verantwortlich: Dr. Raphael Nagel (LL.M.), Founding Partner

01 · Deutschland

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2024, 2025 und 1. Halbjahr 2026.

Die amtliche Statistik von Destatis zeigt 2025 den höchsten Stand seit 2014 (damals 24.085 Fälle). Die Forderungen der Gläubiger sanken dennoch, weil 2025 weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen betroffen waren als 2024. Im 1. Halbjahr 2026 setzte sich der Anstieg fort. Wichtig für die Einordnung: Anträge fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein, der tatsächliche Antrag liegt oft rund drei Monate davor.

Creditreform arbeitet mit einer eigenen Hochrechnung und nennt zusätzlich betroffene Arbeitsplätze und Gesamtschäden. Die Zahlen liegen nahe an der amtlichen Statistik, sind aber nicht identisch.

KennzahlWertZeitraumQuelle
Beantragte Unternehmensinsolvenzen21.812 (+22,4 % ggü. 2023)2024Destatis, PM Nr. 096 vom 14.03.2025
Beantragte Unternehmensinsolvenzen24.064 (+10,3 % ggü. 2024)2025Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Beantragte Unternehmensinsolvenzen12.812 (+6,7 % ggü. Vorjahreszeitraum), höchster Wert seit 1. Hj. 2013 (13.253)1. Halbjahr 2026Destatis, PM Nr. 325 vom 11.09.2026
Beantragte Unternehmensinsolvenzen im Monat2.266 (+15,8 % ggü. Juni 2025)Juni 2026Destatis, PM Nr. 325 vom 11.09.2026
Forderungen der Gläubigerrund 58,1 Mrd. Euro2024Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Forderungen der Gläubigerrund 47,9 Mrd. Euro2025Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Forderungen der Gläubigerrund 18,5 Mrd. Euro (1. Hj. 2025: rund 28,2 Mrd. Euro)1. Halbjahr 2026Destatis, PM Nr. 325 vom 11.09.2026
Großinsolvenzen mit Forderungen ab 25 Mio. Euro-15,6 % bzw. -49 Fälle ggü. 20242025Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Insolvenzhäufigkeit gesamt69 je 10.000 Unternehmen2025Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Höchste Insolvenzhäufigkeit nach BrancheVerkehr und Lagerei 133, Gastgewerbe 108, Baugewerbe 104, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 100 je 10.000 Unternehmen2025Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Insolvenzhäufigkeit gesamt36,2 je 10.000 Unternehmen1. Halbjahr 2026Destatis, PM Nr. 325 vom 11.09.2026
Höchste Insolvenzhäufigkeit nach BrancheVerkehr und Lagerei 71,6, Gastgewerbe 59,6, Baugewerbe 53,4 je 10.000 Unternehmen1. Halbjahr 2026Destatis, PM Nr. 325 vom 11.09.2026
Verbraucherinsolvenzen77.219 (+8,4 %)2025Destatis, PM Nr. 085 vom 13.03.2026
Unternehmensinsolvenzen (Hochrechnung Creditreform)23.900 (+8,3 %; 2024: 22.070)2025Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, Jahr 2025, 08.12.2025
Von Unternehmensinsolvenzen betroffene Arbeitnehmerrund 285.000 (2024: 291.000)2025Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, Jahr 2025, 08.12.2025
Geschätzte Schadenssumme für Gläubigerrund 57 Mrd. Euro (2024: 59,1 Mrd. Euro)2025Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, Jahr 2025, 08.12.2025
Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigtenrund 1402025Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, Jahr 2025, 08.12.2025
Unternehmensinsolvenzen (Creditreform)12.900 (+7,8 %), höchster Stand seit 20131. Halbjahr 2026Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026, 23.06.2026
Betroffene Arbeitsplätzerund 165.000 (1. Hj. 2025: 143.000)1. Halbjahr 2026Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026, 23.06.2026
Schadenssumme infolge Unternehmensinsolvenzenrund 28,5 Mrd. Euro1. Halbjahr 2026Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026, 23.06.2026
Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten+28,6 % ggü. Vorjahreszeitraum1. Halbjahr 2026Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026, 23.06.2026
Unternehmen, deren operatives Ergebnis die Zinszahlungen nicht deckt7,5 % (2015: 6,5 %)2024Creditreform, Insolvenzen in Deutschland, 1. Halbjahr 2026, 23.06.2026

Destatis: beantragte Verfahren nach erster Gerichtsentscheidung. Creditreform: eigene Hochrechnung. Stand der Tabelle: 27.09.2026.

01b · Großinsolvenzen

Großinsolvenzen ab 10 Mio. Euro Umsatz: Zahlen und Verfahrenswahl.

FalkenSteg erfasst quartalsweise Insolvenzanträge von Unternehmen mit mehr als 10 Mio. Euro Jahresumsatz. Für den Mittelstand ist diese Reihe aussagekräftiger als die Gesamtzahl, weil sie die Fälle mit Belegschaft, Bankfinanzierung und Lieferantenketten zeigt. Sie zeigt auch, welcher Verfahrensweg gewählt wurde.

KennzahlWertZeitraumQuelle
Großinsolvenzen (Umsatz über 10 Mio. Euro)481 (+27 % ggü. 2024)2025FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 03.03.2026
Großinsolvenzen im Schlussquartal138, höchster Wert seit sieben JahrenQ4 2025FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 03.03.2026
Positive Lösungen abgeschlossener VerfahrenRückgang von 56 auf 34 (-39 %)2025FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 03.03.2026
Großinsolvenzen (Umsatz über 10 Mio. Euro)209 (Vorjahreszeitraum: 217)1. Halbjahr 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026
Großinsolvenzen im Quartal105 (Q1 2026: 104; Q2 2025: 94)Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026
Anteil Regelinsolvenzverfahren81 von 105 Verfahren, gut 77 %Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026
Eigenverwaltung / Schutzschirm21 Eigenverwaltungen (Vorquartal: 30), 3 SchutzschirmverfahrenQ2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026
Positivquote (Fortführung) abgeschlossener Verfahren64 % (45 von 70); Vorquartal 55 %, Vorjahresquartal 48 %Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026
Insolvenzen mit mehr als 100 Mio. Euro Umsatz12 (Vorjahresquartal: 7)Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026

02 · Österreich und Schweiz

Insolvenzen und Konkurse in Österreich und der Schweiz 2025 und 2026.

In Österreich hat sich das Insolvenzgeschehen auf hohem Niveau stabilisiert, bei einem wachsenden Anteil nicht eröffneter Verfahren mangels Kostendeckung. In der Schweiz steigen die Konkurse sprunghaft, zu einem großen Teil wegen der SchKG-Revision: Seit dem 1. Januar 2025 können öffentlich-rechtliche Gläubiger wie Steuerbehörden und Sozialversicherungen bei unbezahlten Forderungen ein Konkursbegehren stellen, vorher war nur die Betreibung auf Pfändung möglich.

Für die Schweiz existieren drei Zählweisen: die amtliche Konkursstatistik des BFS (eröffnete Konkursverfahren), die Handelsregister-Auswertungen von Creditreform und von Dun & Bradstreet. Die Werte unterscheiden sich deshalb deutlich. Mehr zu den Instrumenten in Österreich unter Restrukturierungsordnung, zur Schweiz unter Nachlassstundung.

KennzahlWertZeitraumQuelle
Österreich: Unternehmensinsolvenzen6.810 (+3,4 %), rund 19 pro Tag2025KSV1870, Unternehmensinsolvenz 2025, 13.01.2026
Österreich: vorläufige Passivarund 8,48 Mrd. Euro (-55,2 %)2025KSV1870, Unternehmensinsolvenz 2025, 13.01.2026
Österreich: betroffene Mitarbeiter / Gläubiger21.900 (-26 %) / 54.600 (+8,5 %)2025KSV1870, Unternehmensinsolvenz 2025, 13.01.2026
Österreich: mangels Kostendeckung nicht eröffnete Fälleüber 2.600 (+8 %), 39 % aller Firmenpleiten2025KSV1870, Unternehmensinsolvenz 2025, 13.01.2026
Österreich: Unternehmensinsolvenzen3.449 (-1 % ggü. 1. Hj. 2025)1. Halbjahr 2026KSV1870, Unternehmensinsolvenzen 1. Halbjahr 2026, 16.07.2026
Österreich: Passiva / Arbeitnehmer / Gläubigerrund 4,4 Mrd. Euro (-1 %) / 10.000 (-5 %) / 24.200 (+16 %)1. Halbjahr 2026KSV1870, Unternehmensinsolvenzen 1. Halbjahr 2026, 16.07.2026
Österreich: Anteil Handel, Bau, Gastronomie/Beherbergung43 % aller Firmenpleiten1. Halbjahr 2026KSV1870, Unternehmensinsolvenzen 1. Halbjahr 2026, 16.07.2026
Schweiz: eröffnete Unternehmenskonkurse (amtlich)12.485 (+61,2 %)2025BFS, Betreibungs- und Konkursstatistik 2025, 21.05.2026
Schweiz: Konkursverfahren insgesamt (SchKG)13.612 (+48,5 %), davon 1.127 Privatpersonen2025BFS, Betreibungs- und Konkursstatistik 2025, 21.05.2026
Schweiz: Verluste aus Konkursverlustscheinen+17,8 %2025BFS, Betreibungs- und Konkursstatistik 2025, 21.05.2026
Schweiz: Firmenpleiten (Creditreform-Zählung)rund 15.000 (+31 %)2025Creditreform Schweiz, Medienmitteilung vom 31.12.2025
Schweiz: Firmenkonkurse (Creditreform-Zählung)rund 50 % über Vorjahr; über 28.500 Neueintragungen1. Halbjahr 2026Creditreform Schweiz, Medienmitteilung vom 02.07.2026
Schweiz: Insolvenzverfahren gegen Firmen (D&B-Zählung)8.343 (+50 %)Januar bis November 2025Dun & Bradstreet Schweiz, Medienmitteilung vom 18.12.2025
Schweiz: Firmeninsolvenzen (D&B-Zählung)7.496 (rund +55 %), höchster Stand seit 19941. Halbjahr 2026Dun & Bradstreet Schweiz, berichtet von swissinfo.ch (Keystone-SDA), 12.08.2026

Österreich: KSV1870-Hochrechnungen mit vorläufigen Passiva. Schweiz: BFS zählt eröffnete Konkursverfahren; Creditreform und Dun & Bradstreet werten Handelsregister-Publikationen mit eigener Methodik aus.

03 · StaRUG, Schutzschirm, Eigenverwaltung

Wie oft werden StaRUG, Schutzschirm und Eigenverwaltung genutzt?

Das StaRUG ist seit 2021 in Kraft. Eine amtliche Verfahrensstatistik gibt es nicht; die belastbarste Zählung stammt aus einer Erhebung von ZEFIS e.V. und INDat Report bei allen 24 Restrukturierungsgerichten, die auch in den Bericht an die EU-Kommission einfließt (Frist 17.07.2026). Die Zahl der Restrukturierungssachen steigt, bleibt aber im zweistelligen Bereich. Zum Vergleich: Allein im 2. Quartal 2026 zählte FalkenSteg 21 Eigenverwaltungen und 3 Schutzschirmverfahren bei Großinsolvenzen.

Die Zahlen zeigen: Der präventive Rahmen wird vor allem für größere, finanzierungsgetriebene Fälle genutzt, die überwiegende Mehrheit der Großinsolvenzen läuft weiter im Regelverfahren. Wie ein StaRUG-Verfahren abläuft, erläutern wir unter StaRUG-Verfahren und StaRUG-Beratung.

KennzahlWertZeitraumQuelle
StaRUG-Restrukturierungssachen (alle Gerichte)22 (2021), 27 (2022), 56 (2023), 84 (2024)2021 bis 2024ZEFIS e.V. und INDat Report, Erhebung bei allen 24 Restrukturierungsgerichten, INDat Report 02/2026
StaRUG-Restrukturierungssachen (alle Gerichte)872025ZEFIS e.V. und INDat Report, Erhebung bei allen 24 Restrukturierungsgerichten, INDat Report 02/2026
Gericht mit den meisten StaRUG-VerfahrenAmtsgericht München, 13 Verfahren; Karlsruhe und Essen je 82025ZEFIS e.V. und INDat Report, Erhebung bei allen 24 Restrukturierungsgerichten, INDat Report 02/2026
Öffentliche Restrukturierungssachen6 von 87 (2024: 7)2025ZEFIS e.V. und INDat Report, Erhebung bei allen 24 Restrukturierungsgerichten, INDat Report 02/2026; Börsen-Zeitung, 18.02.2026
Sanierungsmoderation nach StaRUG1 Verfahren (2024: 3)2025ZEFIS e.V. und INDat Report, Erhebung bei allen 24 Restrukturierungsgerichten, INDat Report 02/2026
Eigenverwaltungen bei Großinsolvenzen21 (Vorquartal: 30)Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026
Schutzschirmverfahren bei Großinsolvenzen3Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026

Eine Evaluierung des StaRUG durch das Bundesministerium der Justiz ist angekündigt; bei Redaktionsschluss lagen uns keine veröffentlichten Evaluierungszahlen des Ministeriums vor.

04 · Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge im Mittelstand: 186.000 Übergaben, 569.000 Stilllegungspläne.

Die beiden großen Nachfolgestudien messen Verschiedenes. Das IfM Bonn schätzt, wie viele übernahmewürdige Familienunternehmen mit ausreichendem Gewinn zur Übergabe anstehen. KfW Research fragt im Mittelstandspanel alle mittelständischen Unternehmen einschließlich Kleinst- und Soloselbstständiger nach ihren Plänen. Beide zeigen dasselbe Muster: Der Nachfolgebedarf ist hoch, aber immer mehr Inhaber planen die Aufgabe statt der Übergabe.

Der DIHK-Report beruht auf den Beratungsgesprächen der IHKs und zeigt die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Welche Wege es gibt, auch den Verkauf an einen Investor wie Tactical, beschreiben wir unter Unternehmensnachfolge.

KennzahlWertZeitraumQuelle
Zur Übergabe anstehende Unternehmenrund 186.000 (rund 4.000 weniger als 2022 bis 2026)2026 bis 2030IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025
Übernahmewürdige Familienunternehmen733.000 (2022 bis 2026: 772.000)2026 bis 2030IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025
Nachfolgelösungen in Familienunternehmen (Metaanalyse)gut die Hälfte familienintern, rund 17 % an Beschäftigte, 29 % an ExterneStudien der letzten 40 JahreIfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37, November 2025
Mittelständler mit Stilllegungsplänen569.000, rund 114.000 pro Jahrbis Ende 2029KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026
Mittelständler mit Nachfolgewunschrund 545.000 von 3,87 Mio., rund 109.000 pro Jahrbis Ende 2029KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026
Durchschnittsalter der Inhaber im Mittelstandknapp über 54 Jahre (2003: 45 Jahre)2025KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026
Inhaber 55 Jahre oder älterüber 2 Mio.2025KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026
Durchschnittlich angestrebter Verkaufspreisrund 499.000 Euro (+34 % seit 2019); im Mittel 1,2-facher Jahresumsatz (Median 0,6)Nachfolgen 2025 bis 2029KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, 09.01.2026
IHK-Nachfolgeberatungen von Senior-Unternehmern9.636 (+16 %), Höchstwert seit 20072024DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025, Juli 2025
Unternehmen ohne potenziellen Nachfolgekandidaten5.620; Lücke seit 2019 fast verdoppelt2024DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025, Juli 2025
Beratene Alt-Inhaber, die eine Schließung erwägen27 %2024DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025, Juli 2025
Übergabe aus Altersgründen72 %2024DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025, Juli 2025

05 · M&A und Carve-outs

M&A, Distressed M&A und Carve-outs 2026.

Konzerne trennen sich von Randbereichen, Finanzinvestoren suchen genau diese Einheiten. Laut KPMG könnte 2026 zum Jahr der Carve-outs werden, getragen vor allem von Private Equity. Für Mittelständler ist das doppelt relevant: als möglicher Käufer eines abgespaltenen Bereichs und als Verkäufer eigener Randaktivitäten. Aus Insolvenzverfahren kommen laut FalkenSteg Fortführungen häufiger über den Verkauf von Geschäftsbetrieben zustande. Mehr unter Carve-out-Beratung und Distressed M&A.

KennzahlWertZeitraumQuelle
PE-Investoren offen für oder aktiv bei Carve-outs71 %Befragung für 2026KPMG, Pressemitteilung zum Global M&A Outlook 2026, 26.03.2026
PE-Investoren mit konkreten Carve-out-Vorhaben55 %Befragung für 2026KPMG, Pressemitteilung zum Global M&A Outlook 2026, 26.03.2026
Unternehmen mit konkreten Carve-out-Plänen21 %Befragung für 2026KPMG, Pressemitteilung zum Global M&A Outlook 2026, 26.03.2026
PE-Investoren, die mehr als fünf Transaktionen erwarten37 % (Unternehmen: 20 %)2026KPMG, Pressemitteilung zum Global M&A Outlook 2026, 26.03.2026
Nutzung von KI in Due Diligence und Bewertung / im Deal Sourcing56 % / 53 %Befragung für 2026KPMG, Pressemitteilung zum Global M&A Outlook 2026, 26.03.2026
Deals unter 1 Mrd. US-Dollar95 % der PE-Deals, 83 % der Corporate-Transaktionen (erwartet)2026KPMG, Pressemitteilung zum Global M&A Outlook 2026, 26.03.2026
Fortführungsquote abgeschlossener Großinsolvenzverfahren64 % (45 von 70)Q2 2026FalkenSteg, 5-nach-12-Insolvenzreport, 26.08.2026

KPMG Global M&A Outlook 2026: rund 700 Entscheider aus Unternehmen und Private-Equity-Häusern in 20 Ländern.

06 · KI im Mittelstand

KI im Mittelstand: 57 % der Unternehmen ab 20 Beschäftigten, 20 % des gesamten Mittelstands.

Die beiden Werte widersprechen sich nicht. Bitkom befragt Unternehmen ab 20 Beschäftigten, KfW Research den gesamten Mittelstand einschließlich sehr kleiner Unternehmen und fragt nach dem Einsatz konkreter KI-Technologien. Gemeinsam ist beiden: Der Einsatz wächst schnell, die Tiefe der Nutzung bleibt gering. Für Restrukturierungen heißt das, dass Effizienzhebel durch KI in vielen Unternehmen noch nicht gehoben sind. Mehr unter KI-Beratung für den Mittelstand.

KennzahlWertZeitraumQuelle
Unternehmen, die KI einsetzen57 % (2025: 36 %; 2024: 20 %)2026Bitkom, Presseinformation vom 14.09.2026
Unternehmen, die KI planen oder diskutieren38 %2026Bitkom, Presseinformation vom 14.09.2026
KI-Nutzer, die das Potenzial nicht ausschöpfen59 % nutzen es gar nicht, 28 % wenig, 3 % stark aus2026Bitkom, Presseinformation vom 14.09.2026
Unternehmen mit höheren KI-Ausgaben als im Vorjahr45 %2026Bitkom, Presseinformation vom 14.09.2026
Mittelständler mit mindestens einer KI-Technologie20 %Stand Juli 2026KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 554, 29.07.2026
Häufigste KI-Anwendungen im MittelstandErzeugung natürlicher Sprache 14 %, Texterkennung 10 %, Data Analytics 3 %Stand Juli 2026KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 554, 29.07.2026

Bitkom: telefonische Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, KW 28 bis KW 33 2026. KfW: KfW-Mittelstandspanel.

07 · Finanzierung

Kreditvergabe 2026: Rekord bei der Kredithürde für den Mittelstand.

Die Banken haben ihre Kreditstandards für Unternehmen im 2. Quartal 2026 erneut verschärft, vor allem mit Verweis auf gestiegene Kreditrisiken. Aus Sicht der Unternehmen ist der Zugang zu Krediten so schwer wie noch nie seit Beginn der KfW-ifo-Erhebung 2017. Gleichzeitig sank das Kreditinteresse, weil viele Unternehmen angesichts der Unsicherheit neue Schulden vermeiden. Wie sich Liquidität ohne neue Bankmittel sichern lässt, zeigen wir unter Liquiditätssicherung.

KennzahlWertZeitraumQuelle
KMU, die das Bankverhalten als restriktiv erleben40,5 % (+6,5 Pp. ggü. Vorquartal), Rekord seit 2017Q2 2026KfW Research und ifo Institut, KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026, 07.07.2026
Großunternehmen, die das Bankverhalten als restriktiv erleben32,9 % (+3,8 Pp.)Q2 2026KfW Research und ifo Institut, KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026, 07.07.2026
Kredithürde KMU im Einzelhandel52,2 %Q2 2026KfW Research und ifo Institut, KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026, 07.07.2026
KMU in Kreditverhandlungen19,3 % (-1,7 Pp.), tiefster Stand seit Q4 2023Q2 2026KfW Research und ifo Institut, KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026, 07.07.2026
Nettoanteil der Banken mit verschärften Kreditstandards für Unternehmen+10 % (Vorquartal: +16 %)Q2 2026Deutsche Bundesbank, Bank Lending Survey, Juli-Ergebnisse, 21.07.2026
Branchen mit den stärksten Verschärfungen (letzte sechs Monate)Immobilien, Verarbeitendes Gewerbe, Handel1. Halbjahr 2026Deutsche Bundesbank, Bank Lending Survey, Juli-Ergebnisse, 21.07.2026

Einordnung

Was die Zahlen für Geschäftsführer bedeuten.

Erstens: Die Krise ist breit, nicht nur laut. Die Zahl der Verfahren steigt seit 2023 jedes Jahr, während die Forderungssummen 2025 und im 1. Halbjahr 2026 gesunken sind. Das heißt: Es trifft weniger Einzelfälle mit Milliardenvolumen, dafür mehr gewöhnliche Mittelständler. Wer sich an Schlagzeilen über Großpleiten orientiert, unterschätzt das eigene Umfeld, etwa bei Kunden und Lieferanten.

Zweitens: Die Bank ist 2026 kein verlässlicher Puffer. Wenn vier von zehn kreditsuchenden KMU ihre Bank als restriktiv erleben, muss Liquidität zuerst aus dem eigenen Betrieb kommen: aus Forderungen, Beständen, Zahlungszielen und Kosten. Eine rollierende 13-Wochen-Planung ist dafür die Grundlage und hilft zugleich, die Krisenfrüherkennung nach § 1 StaRUG zu dokumentieren.

Drittens: Früh handeln erhält die Optionen. Drei Viertel der Großinsolvenzen im 2. Quartal 2026 liefen im Regelverfahren, StaRUG-Verfahren gibt es bundesweit nur rund 90 im Jahr. Die Sanierungsinstrumente, die Unternehmen und Gesellschafter am meisten Gestaltungsspielraum lassen, setzen voraus, dass noch Zeit und Liquidität vorhanden sind. Details unter Insolvenz vermeiden.

Viertens: Nachfolge und Restrukturierung hängen zusammen. Das IfM Bonn führt die stagnierende Zahl der Übergaben ausdrücklich auf die verschlechterte Ertragslage vieler Unternehmen zurück. Ein Unternehmen, das vor dem Verkauf operativ stabilisiert wird, bleibt übergabefähig. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Tactical: mit Umsetzung im Unternehmen und, wo es passt, mit eigenem Kapital bis hin zur Übernahme.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu den Zahlen.

Wie viele Unternehmensinsolvenzen gab es 2025 in Deutschland?

Im Jahr 2025 registrierten die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 10,3 % mehr als 2024 (21.812). Das ist der höchste Wert seit 2014. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf rund 47,9 Mrd. Euro nach 58,1 Mrd. Euro im Jahr 2024. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 085 vom 13. März 2026. Creditreform schätzte für 2025 rund 23.900 Fälle mit rund 285.000 betroffenen Arbeitnehmern (Pressemitteilung vom 8. Dezember 2025).

Wie viele Unternehmensinsolvenzen gab es im 1. Halbjahr 2026?

Von Januar bis Juni 2026 wurden in Deutschland 12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert, 6,7 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr waren es zuletzt im 1. Halbjahr 2013 mit 13.253 Fällen. Die Gläubigerforderungen lagen bei rund 18,5 Mrd. Euro. Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 325 vom 11. September 2026. Creditreform kommt für denselben Zeitraum auf 12.900 Fälle und rund 165.000 betroffene Arbeitsplätze (23. Juni 2026).

In welchen Branchen gibt es die meisten Insolvenzen?

Gemessen an der Zahl der Unternehmen war die Insolvenzhäufigkeit 2025 in Verkehr und Lagerei am höchsten (133 Fälle je 10.000 Unternehmen), gefolgt vom Gastgewerbe (108), dem Baugewerbe (104) und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (100). Der Durchschnitt lag bei 69. Im 1. Halbjahr 2026 blieb die Reihenfolge an der Spitze gleich: Verkehr und Lagerei 71,6, Gastgewerbe 59,6, Baugewerbe 53,4. Quelle: Destatis, Pressemitteilungen vom 13. März 2026 und 11. September 2026.

Wie viele StaRUG-Verfahren gibt es in Deutschland?

Im Jahr 2025 wurden an den 24 deutschen Restrukturierungsgerichten 87 StaRUG-Restrukturierungssachen gezählt, nach 84 im Jahr 2024, 56 im Jahr 2023, 27 im Jahr 2022 und 22 im Jahr 2021. Die meisten Verfahren führte das Amtsgericht München (13). Nur 6 der 87 Verfahren wurden öffentlich geführt. Quelle: Erhebung von ZEFIS e.V. und INDat Report, INDat Report 02/2026.

Wie viele Unternehmen suchen in Deutschland einen Nachfolger?

Laut IfM Bonn stehen von 2026 bis 2030 rund 186.000 übernahmewürdige Unternehmen zur Übergabe an (Daten und Fakten Nr. 37, November 2025). KfW Research zählt in einer breiteren Abgrenzung rund 545.000 Mittelständler, die bis Ende 2029 eine Nachfolge anstreben, und 569.000, die eine Stilllegung planen. Das Durchschnittsalter der Inhaber liegt bei knapp über 54 Jahren (KfW Research, Fokus Volkswirtschaft Nr. 526 vom 9. Januar 2026).

Wie schwer ist es 2026 für den Mittelstand, einen Kredit zu bekommen?

So schwer wie nie seit Beginn der Erhebung 2017: Im 2. Quartal 2026 berichteten 40,5 % der kreditsuchenden kleinen und mittleren Unternehmen von restriktivem Verhalten der Banken, 6,5 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Quelle: KfW-ifo-Kredithürde Q2 2026 vom 7. Juli 2026. Die Banken selbst meldeten im Bank Lending Survey der Bundesbank vom 21. Juli 2026 einen Nettoanteil von +10 % mit verschärften Standards für Unternehmenskredite.

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